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Gewerbe muss Wohnraum weichen - Neu Wulmstorf plant 380 Wohnungen

Mit dem neuen Wohngebiet (rot gekennzeichnet) schafft die Kommune eine durchgehende Wohnbebauung in dem Areal (Foto: Gemeinde Neu Wulmstorf)
mi. Neu Wulmstorf. Ihre Einwände und Anregungen zum geplanten Baugebiet an der Lessingstraße im Gewerbegebiet A konnten jetzt die Bürger von Neu Wulmstorf im Rahmen der öffentlichen Beteiligung am Planungsverfahren einbringen. Dabei wurde deutlich, aus der Bevölkerung scheint es wenig Verbesserungsbedarf zu geben.
Die Resonanz war gering, nur ein knappes Dutzend Bürger nutzte die Gelegenheit, sich an der Planung für das neue Wohngebiet zu beteiligen.
Wie berichtet, will die Gemeinde Neu Wulmstorf auf einem 44.000 Hektar Areal zwischen der Bundesstraße 73, der Lessingstraße und der Fritz-Reuter-Straße das derzeit noch als Gewerbefläche ausgewiesen ist und auch genutzt wird, ein neues Wohngebiet schaffen.
Ein städtebaulicher Vertrag zwischen dem Eigentümer der Fläche, Karl Maier, und der Gemeinde Neu Wulmstorf ist bereits unter Dach und Fach. Rund 115 Millionen Euro will es sich demnach der Investor kosten lassen, das biedere Gewerbegebiet in ein schickes neues Wohnquartier zu verwandeln. Geplant ist demnach der Bau von Mehrfamilienhäusern mit bis zu drei Stockwerken, die Platz für bis zu 380 Wohneinheiten bieten. Um ausreichend Autostellplätze zu schaffen, sind Tiefgaragen vorgesehen. Eine Kita und ein ambulanter Pflegedienst sollen nach Wunsch der Gemeinde in das Wohnquartier integriert werden.
Erschlossen werden soll das Gebiet über die Fritz-Reuter-Straße und die Liliencronstraße. Eine Absage erteilte der stellvertretende Bürgermeister Thomas Saunus dem in der Öffentlichkeit kursierenden Vorschlag, zur Erschließung eine neue Straße an der Westseite des Gebiets zu errichten. Das sei schon alleine nicht möglich, weil es keine Zustimmung der Grundstückseigentümer geben werde.
Saunus betonte, wie überall im Kreis sei auch in Neu Wulmstorf die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum groß. Die Fläche im Gewerbegebiet habe sich angeboten, weil schon immer die Überlegung, sowohl seitens des Eigentümers als auch der Gemeinde, bestand, dort Wohnraum zu schaffen. Das biete sich insbesondere an, weil auf der Ostseite der Flächen ohnehin schon ein Wohngebiet bestehe. „Durch die neue Bebauung schaffen wir damit ein zusammenhängendes, großes Wohngebiet“, so Saunus. Damit setze die Gemeinde auch das um, was der Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms für den Bereich vorsehe. Die Herausforderung bei dem Vorhaben sei es, den Lärmschutzanspruch der späterem Anwohner mit den Interessen des angrenzenden Gewerbes so abzustimmen, dass keine Partei zurücktreten müsse.
Die Einwände der Bürger gingen dann auch in eine ähnliche Richtung. In der Fritz-Reuter-Straße herrsche jetzt schon viel Verkehr, die Straße sei zeitweise durch rangierende Lkw blockiert, mit dem neuen Wohngebiet drohe eine Überlastung der Straße. Der Anwohner fordert daher eine Lärmschutzwand für die Anwohner der Fritz-Reuter-Straße. Ein anderer Einwand monierte, dass im Plan - außer für den Ausgleich für Stellflächen - keine Begrünung festgeschrieben sei. Außerdem wurde vorschlagen, die Zufahrt zur Bundestraße über einen Kreisverkehr zu regeln.
Die Gemeindeverwaltung nahm alle diese Einwende zur weiteren Beratung zu Protokoll.