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"Ich mach die Häuser pissgelb" Ein Investor auf Konfrontationskurs - Jetzt vermittelt Ex-Bürgermeister Stadie

Idyllischer Verfall: Dieser historische Hof prägte bisher das Ortsbild im Landweg in Langenrehm. Inzwischen wurde er abgerissen
mi. Rosengarten. Ein intaktes Ortsbild und ein Parkplatz für die Stellmacherei - es steht viel auf dem Spiel für Langenrehm und auch für das Vorzeige-Projekt Stellmacherei. Dennoch: In der Gemeindeverwaltung Rosengarten ist man offenbar überfordert, den Streit mit dem Langenrehmer „Großgrundbesitzer“ Steffen Lücking im Sinne der Allgemeinheit beizulegen. Jetzt soll Rosengartens langjähriger Bürgermeister Dietmar Stadie seinem Nachfolger Dirk Seidler unter die Arme greifen und in der festgefahrenen Situation vermitteln.
Darum geht es: Lücking hatte in der Straße Landweg einen Hof aus dem Jahr 1912 gekauft und wollte das Objekt zu einem Mietshaus mit mehreren Wohneinheiten umbauen. Die Gemeinde erteilte dafür sogar eine Ausnahmegenehmigung, weil der Bebauungsplan auf der Fläche an sich Einzelhäuser vorsieht. Bei den Umbauarbeiten stürzten Lücking dann aber die Giebel des historischen Gebäudes ein. Im Ort munkelt man, Lücking habe sie nicht ausreichend gesichert. Wie auch immer: Jedenfalls reißt der Bauherr daraufhin den Hof ab, um ihn durch einen möglichst originalgetreuen Neubau zu ersetzen. In der Gemeindeverwaltung fühlt man sich offenbar von Lücking verschaukelt und verweigert für den Neubau die zugesagte Befreiung vom Bebauungsplan. Darüber hinaus hatte der Ortsrat vor einiger Zeit Lückings Pläne für eine Ferien- und Wohnanlage in Langenrehm abgeschmettert (das
WOCHENBLATT berichtete).
Die Ablehnung seiner Feriensiedlung und die nicht erteilte B-Plan-Befreiung lassen Steffen Lücking auf Konfrontationskurs gehen. Das Problem: Der Langrehmer besitzt eine Fläche, die als Besucherparkplatz für das Rosengartener Vorzeige-Projekt Stellmacherei-Museum vorgesehen war. Dieses Grundstück will Lücking jetzt in keinen Fall mehr verkaufen. Gleichzeitig beginnt er ganz nach B-Plan auf dem alten Hofgrundstück fünf Einfamilienhäuser zu errichten. Ein Haus mit knallroten Wänden ist schon fertig. „Die Häuser werden knallrot und pissgelb, ich werde denen schon zeigen, wie es aussieht wenn Gebäude tatsächlich nicht ins Ortsbild passen“, so Lücking an die Adresse von Ortsrat und Verwaltung.
Das Ortsbild verschandelt, die Parkflächen für die Stellmacherei futsch und ein Investor außer Rand und Band: In der Gemeindeverwaltung scheint man mit dem Krisenmanagement im Fall Lücking heillos überfordert. Jetzt soll deswegen - angeblich auf Bitten von Bürgermeister Dirk Seidler - dessen Vorgänger Dietmar Stadie die „Kuh vom Eis“ holen. Darauf angesprochen, verweigerte Bürgermeister Dirk Seidler allerdings mit Verweis auf „laufende Verfahren“ jeglichen Kommentar.
Das WOCHENBLATT fragte direkt bei Dietmar Stadie nach. Der erklärte, es sei korrekt, dass er mit den Beteiligten gesprochen habe. Dietmar Stadie: „Mir liegen das Ortsbild und die Interessen der Gemeinde Rosengarten auch im Ruhestand noch sehr am Herzen. Deshalb will ich dazu beitragen, diesen unnötigen Konflikt zum Wohle der Allgemeinheit aus der Welt zu schaffen.“