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(K)ein Sieg für Frackinggegner - Öl Konzern BEB zieht sich zurück

Das kleine Bewilligungsfeld Meckelfeld liegt mitten im riesigen Aufsuchungsfeld Oldendorf (rot), das sich über die Teile der Landkreise Harburg, Lüneburg und Heidekreis erstreckt (Foto: NIBIS® Kartenserver (2015): Thema der Karte. – Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), Hannover.)
mi. Meckelfeld.

Eigentlich ist es eine gute Nachricht: Wie die Bürgerinitiative (BI) „Kein Fracking in der Heide“ jetzt mitteilte, hat das Öl-Förderunternehmen „BEB Erdgas und Erdöl“, das jeweils zur Hälfte den Konzernen Shell und Exxon gehört, seine Bewilligung, das bedeutet die Erlaubnis, zur Ölförderung im sogenannten Bewilligungsfeld Meckelfeld nicht verlängert. Für die Frackinggegner der Region könnte sich der Rückzug des Öl-Multis allerdings langfristig als Pyrrhussieg herausstellen.

Das „Bewilligungsfeld Meckelfeld“ liegt zwischen Fliegenberg (Gemeinde Stelle) und der Autobahn 39. Es umfasst Meckelfeld und das Friesenwerder Moor bis Over (Gemeinde Seevetal).
Hintergrund: BEB hatte 2012 die Bewilligung zur Förderung in dem Areal erhalten. Doch bis zu deren Auslaufen Mitte dieses Jahres keinen Tropfen Öl dort gefördert. Und das, obwohl die Region als lukrativ gilt. BEB-Vorgänger Wintershall hatte hier bis 1993 im Bereich der Seeveniederungen rund drei Millionen Tonnen Erdöl aus dem Boden geholt.
„Bis zum Auslaufen der Bewilligung hätte BEB jederzeit mit der Förderung beginnen können, dieses Damoklesschwert schwebt jetzt nicht mehr über der Region“, erklärt dazu Ingo Engelmann von der BI. Obgleich dieser eigentlich guten Nachricht, fällt die Freude über den Rückzug des Öl-Konzerns bei der BI eher verhalten aus. Der Grund ist die Sorge, dass hier nur ein kleines gegen ein viel größeres Übel getauscht wird. Denn mit der Fracking-Firma Kimmeridge steht bereits inoffiziell ein Nachfolger von BEB in den Startlöchern.
Kimmeridge hatte sich 2013 die Aufsuchungsrechte, soll heißen, das Recht nach lohnenden Ölvorkommen zu suchen, für ein riesiges Gebiet gesichert. Das sogenannte Aufsuchungsfeld Oldendorf erstreckt sich über die Landkreise Lüneburg, Harburg und Heidekreis. Im Landkreis Harburg umfasst es weite Bereiche von Winsen, Stelle und Seevetal sowie die Samtgemeinden Elbmarsch, Salzhausen und Hanstedt. Einziger Grund dafür, dass zum Aufsuchungsfeld nicht auch das verhältnismäßig kleine „Bewilliungsfeld Meckelfeld“ gehört, war die Tatsache, dass die Rechte bisher bei BEB lagen. Das hat sich nun geändert. „Kimmeridge war nach unseren Informationen schon immer sehr an dem Gebiet interessiert, es ist nicht auszuschließen, dass der Konzern sich eine Bewilligung für das Gebiet besorgt“, sagt auch Ingo Engelmann. Dass solch ein Szenario denkbar ist, bestätigt auch Dr. Thomas Schubert, Sprecher des zuständigen Landesbergamtes. Allerdings sei eine schlichte Übernahme der Bewilligung durch Kimmeridge nicht möglich. Es werde ein neues Verfahren notwendig, an dessen Ende wieder eine Bewilligung stehen kann, teilte der Behördensprecher dem WOCHENBLATT mit.
Ingo Engelmann und seine Mitstreiter ziehen deswegen auch vorerst ein positives Fazit: „Der Rückzug von BEB ist für sich genommen ein Schritt in die richtige Richtung“.