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Kläranlage oder Kanal?

Umweltausschuss berät am 7. Juni über Schmutzwasserentsorgung in Langenrehm

as. Langenrehm. Die Abwasser-entsorgung der Siedlung Gannaberg und Hamboken in Langenrehm steht auf der Tagesordnung des Umweltausschusses am Donnerstag, 7. Juni, um 19 Uhr im Rathaus (Bremer Str. 42) in Nenndorf.
28 Haushalte sind dort an eine Sammelkläranlage aus den 1970er Jahren angeschlossen. Die veraltete Anlage funktioniert nicht mehr richtig, die Sickerschächte sind defekt, die Reinigungstechnik veraltet. 2016 hat der Landkreis Harburg der Anlage die Betriebserlaubnis erzogen. Wie die Abwasserversorgung zukünftig geregelt werden soll, darüber sind sich die Langenrehmer uneins. Laut einer Umfrage, die die Gemeinde im vergangenen Jahr durchgeführt hat, sprechen sich 33 von 71 Parteien für einen Anschluss ans zentrale Kabelnetz aus. 38 Parteien, diejenigen, die nicht an die defekte Sammelkläranlage angeschlossen sind, möchten lieber ihre Kleinkläranlagen beibehalten, sie fürchten vor allem die hohen Kosten für den Kanal-Anschluss, die je nach Grundstücksgröße bei etwa 6.000 Euro pro Partei liegen können.
Nachdem eine Entscheidung im Februar vertagt wurde, berät das Fachgremium erneut über die Schmutzwasserentsorgung. Die Verwaltung hat zwei Lösungen zur Diskussion gestellt: • Variante A sieht einen Anschluss der Anwohner der Gemeinschaftsanlage und der Anrainer der Straße Am Hamboken vor, die sich mehrheitlich für einen zentralen Anschluss ausgesprochen hatten. Zwar werden diejenigen, die eine zentrale Abwasserentsorgung ablehnen, bei dieser Variante nicht angeschlossen, allerdings ist damit auch eine spätere Erweiterung des Systems ausgeschlossen. Zudem muss das Abwasser teilweise über Privatgrundstücke und eine Privatleitung entwässert werden. • In Variante B hingegen soll die ganze, 56 Grundstücke umfassende Siedlung schrittweise an die zentrale Schmutzwasserentsorgung angeschlossen werden. Auch hier muss das Abwasser teilweise über einen privaten Anschluss zum öffentlichen Kanalnetz entsorgt werden.
Weiterhin auf der Tagesordnung ist ein Antrag der Gruppe Linke/Grüne: Die Gemeinde Rosengarten soll auf allen kommunalen Flächen bei der Grünpflege zukünftig auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden verzichten. "Der Verzicht auf diese Pflanzenschutzmittel ist eine wichtige Sache", ist Michael Schnelle (Die Linke) überzeugt. In den Gemeinden würde, so der Antrag, in der Regel Pestizide eingesetzt, um Wege, Sport- und Spielplätze, Friedhöfe, Grünanlagen oder Straßenränder frei von unerwünschten Kräutern und Gräsern zu halten. Viele dieser Mittel, so Schnelle, stehen im Verdacht, Krebs zu erregen, vor allem der Wirkstoff Glyphosat. Zudem seien diese Pflanzenschutzmittel auch für viele Tier- und Pflanzenarten ein Verhängnis.
"Den Verlust der Artenvielfalt zu stoppen, kann bei dem derzeit hohen Pestizideinsatz nicht erreicht werden. Deshalb sollte zumindest die Gemeinde Vorbild sein und auf deren Einsatz vollständig verzichten", so Schnelle.