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Lokführer-Streik: Rangierbahnhof Maschen kaum betroffen

Auf dem Rangierbahnhof in Maschen gibt es laut DB trotz Lokführer-Ausstand kaum Beeinträchtigungen im Betrieb (Foto: kb/archiv)
mi. Seevetal/Stade.

„Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.“ Wirklich alle? Auf den Rangierbahnhof in Maschen scheint das alte Lied der Arbeiterbewegung beim aktuellen Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) jedenfalls nicht zu passen. Hier rollen die Züge wie gewohnt. Das sagt jedenfalls die Deutsche Bahn und widerspricht damit anderslautenden Medienberichten. Bei der Dow in Stade dagegen verursacht der Lokführerstreik erheblichen Aufwand, aber auch dort war man gut vorbereitet.

Seit Montag, 10 Uhr, wird der Güterverkehr in Deutschland durch die GDL bestreikt. Schätzungen zufolge kostet der Ausstand der Lokführer, der noch bis zum morgigen Sonntag, 10 Uhr, andauern soll, die deutsche Wirtschaft rund 750 Millionen Euro. Doch ausgerechnet Europas größter Rangierbahnhof in Maschen-Seevetal soll vom aktuellen Streik kaum betroffen sein. Die sieben Kilometer lange und fast einen Kilometer breite Anlage durchlaufen rund 150 Züge täglich. Der Bahnhof ist die wichtigste Logistik-Drehscheibe für den Güterverkehr nach Nordeuropa und zu den großen Nord- und Ostseehäfen.
Ein Sprecher der Deutschen Bahn teilte auf Anfrage des
WOCHENBLATT mit, man habe bisher - trotz des Streiks - kaum negative Auswirkungen auf den Bahnhofsbetrieb festgestellt. Die Bahn widerspricht damit anderslautenden Darstellungen auf der Homepage des NDR. Dort war zu lesen, dass bereits nach Beginn des Streiks am vergangenen Montag auf dem Bahnhof „Stillstand“ herrschte.
„Ja“, es befinde sich auch auf dem Rangierbahnhof Personal im Ausstand, das habe aber auf den aktuellen Betrieb wenig Einfluss, so der Bahnsprecher. Als Grund für die überraschend geringe Beeinträchtigung nannte die Bahn die Tatsache, dass nur die eigenen Lokführer streikten, nicht aber die der ca. 300 anderen Logistik-
unternehmen, die den Rangierbahnhof ebenso frequentierten.
Die Chemiefabrik der Dow in Stade hat jedoch sehr unter dem Streik zu leiden. Das US Unternehmen ist der weltweit größte Hersteller von Kunststoffen sowie verschiedener Grundchemikalien für die Konsumgüterindustrie. Die Dow transportiere rund 25 Prozent der Güter über die Schiene. „Wir arbeiten mit hohem Aufwand daran, Transportalternativen über Straße und Schiene zu finden, mit zunehmender Dauer des Streiks wird das immer schwieriger“, teilte ein Dow-Sprecher mit. Allerdings habe man schon im Vorfeld des Streiks Maßnahmen ergriffen, sodass die Produktion trotz streikbedingter Transportengpässe bisher nicht zurückgefahren werden musste.