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Mehr Wohnraum in Rosengarten - aber wo?

Felder oder mehrstöckige Wohnblocks: Rosengarten sucht den Mittelweg
mi. Rosengarten. Wo sollen in Rosengarten neue Siedlungsgebiete entstehen und welche Wohnformen (Einfamilienhäuser, Reihenhäuser, Mietwohnungen etc.) werden favorisiert? Darüber soll beim Workshop „Siedlungsentwicklung, Wohnen und Naherholung“ moderiert vom PR-Dienstleister Kontor 21 am Donnerstag, 5. November, von 19 bis 21.30 Uhr im Gasthaus Erhorn in Vahrendorf im Rahmen des „Zukunftskonzeptes Rosengarten 2030“ diskutiert werden.
Hintergrund: Laut Aussage der Verwaltung ist in Rosengarten Wohnraum knapper denn je. Das letzte größere Baugebiet mit rund 40 Grundstücken wurde 2011 in Klecken ausgewiesen. Gleichzeitig sei die Gemeinde aber eine der wenigen Kommunen, in denen sich die Bevölkerungszahl durch Geburten positiv entwickelt. Will man den „Nachwuchs“ langfristig in Rosengarten halten und Familien weiter dazu ermutigen, in der Gemeinde zu bleiben, braucht es - da sind Politik und Verwaltung weitgehend einig - neuen Wohnraum. Doch wo?
Noch sind zwei Drittel des 6.366 Hektar großen Gemeindegebiets sogenannte Landschaftsschutzflächen, die nicht ohne Weiteres bebaut werden dürfen. Fraglich ist jedoch, ob das so bleiben kann. Ein Teil des benötigten Wohnraums könnte dem Vernehmen nach durch sogenannte Nachverdichtung der Orte entstehen, ohne dass Flächen aus dem Landschaftsschutz herausgenommen werden müssten. Das bedeutet, Grundstücke, auf denen bereits ein Haus steht, werden geteilt und dichter bebaut. Nachverdichtung eignet sich allerdings nur für Einzelhäuser. Dazu monieren Kritiker, durch eine extrem verdichtete Bebauung ohne Grünflächen oder größere „naturbelassene“ Grundstücke gehe mehr Lebensqualität und „dörflicher Charme“ verloren, als durch die moderate Ausweisung neuer Baugebiete.
Außerdem scheint fraglich, ob reine Bauverdichtung ausreichend ist. Denn Untersuchungen zeigen, auch in Rosengarten steigt parallel zum Bedarf nach Einzelhäusern seit Jahren die Anzahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte. Schon beim Zensus 2011 lag ihr Anteil demnach bei 27,8 bzw. 37, 5 Prozent. Die derzeitige Wohnlandschaft trägt dieser Entwicklung aber kaum Rechnung: Derzeit gibt es laut Aussage der Verwaltung in der Gemeinde 3.550 Wohnungen in Einzelhäusern, 638 Wohnungen in Zweifamilienhäusern gerade einmal 287 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Neben der Nachverdichtung mit Einzelhäusern müsste demnach auch Raum für mehrstöckige Mietimmobilien geschaffen werden. Doch wie gehen diese Gedankenspiele mit der Vorstellung und dem Wunsch vieler Bürger zusammen, Rosengarten vor allem als ländliche Idylle vor den Toren Hamburgs zu erhalten und zu vermarkten?
Dazu Bürgermeister Dirk Seidler: „Hier sind alle Bürger gefordert, ihre Vorschläge, Wünsche und Kreativität in den Workshop einzubringen.“