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Neues Mega-Seniorenresort in Ehestorf

VivaPlan-Geschäftsführer Thomas Weidlich (v. li.), Architekt Stefan Drees und Projektentwickler Christian Laatsch wollen in Ehestorf ein Seniorenresort errichten und betreiben (Foto: as)
 
Das Herzstück der Anlage, der Marktplatz, befindet sich im Nordwesten. Hier sind neben dem Empfang die Nahversorger, Gesundheitsdienstleister, Freizeitangebote und der Pflegedienst untergebracht (Foto: Lageplan: Feddersen Architekten, Beschriftung: VivaPlan)
VivaPlan baut Anlage mit 160 Wohnungen in Ehestorf / Bauausschuss stimmt Änderung des B-Plans zu

as. Ehestorf. "Diese Anlage gibt es nicht noch einmal in Deutschland", präsentierte Thomas Weidlich, Geschäftsführer der VivaPlan GmbH, im Bauauschuss der Gemeinde Rosengarten sein Konzept für das Seniorenresort, das in Ehestorf entstehen soll. Fachausschuss und Ortsrat haben sich für eine Änderung des B-Plans „Ehestorf-West“ ausgesprochen und mit der Erweiterung der Geschossflächenzahl von 0,5 auf 0,53 und einer Erhöhung von zwei auf drei Geschosse im Bereich des Clubhauses die Voraussetzungen für den Bau der Anlage geschaffen. Das auf den Bau und den Betrieb von Seniorenwohnanlagen spezialisierte Unternehmen VivaPlan hat das rund 32.500 Quadratmeter große Gelände südlich der Professor-Strache-Allee im vergangenen Jahr erworben (das WOCHENBLATT berichtete). VivaPlan investiert rund 50 Millionen Euro in das Projekt und will mit der Anlage rund 100 Arbeitsplätze schaffen.
Statt eines klassischen Pflegeheims setzen die Regensburger auf eine kleinteilige, dorfähnliche Struktur mit unterschiedlichen Wohnformen und Nahversorgern. Insgesamt 160 barrierefreie Mietwohnungen, von der 1,5- bis zur 3-Zimmer-Wohnung, sowie vier Wohngemeinschaften (WGs) mit je zehn Plätzen, darunter zwei WGs für an Demenz erkrankte Bewohner, sollen rund 250 Senioren beherbergen.
"Bei dieser Seniorenwohnanlage handelt es sich nicht um ein klassisches Pflegeheim, sondern um ein Wohnprojekt mit zusätzlichem Pflegeangebot", erklärte Thomas Weidlich. Die Senioren leben auf der Anlage in ihrer eigenen Mietwohnung. Steigt ihr Pflegebedarf, können unterschiedliche Betreuungsangebote, von der ambulanten Pflege über die Tagespflege bis hin zum Wohnen in einer der dauerhaft betreuten WGs, hinzugebucht werden.
Das Resort bietet den Senioren die komplette Versorgung auf dem eigenen Gelände an: Neben dem ambulanten Pflegedienst, der Tagespflegeeinrichtung, Sanitätshaus und Arztpraxis werden eine Physiotherapiepraxis, ein Wellness- und Fitnessbereich, Schwimmbad und Sauna sowie Reha- und Präventionskurse das Angebot im Gesundheitsbereich ergänzen.
Einen weiteren Service-Schwerpunkt setzt die Seniorenwohnanlage mit dem inkludierten Concierge-Service. "Der Concierge ist unser 'Kümmerer'. Vom Einkaufen, Hol- und Bringdiensten, über das Vereinbaren von Arztterminen oder das Organisieren von Veranstaltungen kümmert er sich um alle Belange der Bewohner", sagte Thomas Weidlich.
Auf dem Gelände soll mit einem "Tante-Emma-Laden", einer Bäckerei, einem Frisörsalon, Restaurant, Lounge und Kneipe die Nahversorgung ausgebaut werden. Für das kulturelle Angebot ist mit einem Theatersaal (150 Plätze) und einer Bibliothek ebenfalls gesorgt. "Unsere Angebote stehen nicht nur den Bewohnern, sondern auch allen anderen offen. Das Resort ist keine 'Gated Community' (Umzäunte Wohnanlage, Anm. der Red.) !", betonte Weidlich.
Kritik gab es von Anwohnern der Straße "Sniers Achterhoff" am geplanten Staffelgeschoss des Pflegehauses im Südosten der Anlage. "Wir blicken von unserem Grundstück genau auf das dritte Geschoss. Kann man hier nicht auf zwei Geschosse herunter gehen?" Die Bauherren hatten bereits im Vorwege den Kontakt zu den Anwohnern gesucht. Ihr Lösungsvorschlag: Durch eine intensive Begrünung der zweigeschossigen Dachterasse soll das Staffelgeschoss "optisch abgemindert" werden. Auch die Dächer der anderen zweigeschossigen Gebäude sollen begrünt werden. Zusätzlich kündigte Architekt Stefan Drees an, dass der Baumbestand des Geländes geschützt und aufgeforstet werden soll.
Thomas Weidlich rechnet mit einer Bauzeit von zwei Jahren für das Mammut-Projekt. Bereits im nächsten Jahr könnten die Bauarbeiten beginnen, so der VivaPlan-Geschäftsführer. "Das hängt aber davon ab, wann wir die Genehmigung erhalten." Läuft alles nach Plan, könnte die Anlage in etwa drei Jahren in Betrieb genommen werden.