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Rosengartener Rathaus: Ist der Abriss kostengünstiger als eine Sanierung?

Angeblich marode: Braucht die Gemeinde Rosengarten mittelfristig ein neues Rathaus? (Foto: archiv)
mi. Nenndorf. Würde ein Unternehmen das eigene Firmengebäude erst für 100.000 Euro modernisieren, um es knapp vier Jahre später abzureißen? Wohl kaum. So könnte es jetzt aber dem Rosengartener Rathaus ergehen. Wobei die Gemeinde daran die geringste Schuld trifft.
Folgt man dem Gebäudemanagement des Landkreises Harburg, das die Liegenschaften der Gemeinde Rosengarten betreut, dann ist das Rathaus in Rosengarten offenbar reif für die Abriss-Birne. Das 1978 errichtete Gebäude weist demnach eklatante Mängel beim Brandschutz auf und sei auch energetisch eine Katastrophe. Die Lichtanlage sei veraltet, ebenso die Heizung. Die Isolierung entspräche keinem gängigen Standard. Laut Energiebericht der EWE liegt das Gebäude im Heizverbrauch rund 390 Prozent über dem Bundesschnitt. Was eine Sanierung erschwere: Angeblich soll der Giftstoff Asbest in den Wänden verbaut sein. Deswegen, so ließ sich im Hamburger Abendblatt lesen, sei ein Abriss mit geschätzten 4,2 Millionen Euro billiger als eine Komplett-Sanierung, die angeblich rund 4,5 Millionen kosten soll.
Dass der Brandschutz in dem 1970er-Jahre-Bau nicht den heutigen Standards entspricht, ist dem Gebäudemanagement des Landkreises Harburg schon länger bekannt. Im Jahr 2010 zum Beispiel sah man bei den Verantwortlichen in Winsen wohl „Gefahr im Verzug“, als festgestellt wurde, dass dem Rathaus eine zweite Feuertreppe fehlt. Damit der Betrieb überhaupt weiterlaufen durfte, musste die Gemeinde damals für 100.000 Euro eine Außentreppe anbauen (das WOCHENBLATT berichtete). Von einem Abriss war damals noch nicht die Rede. Das ist jetzt anders. Hätte man sich die Treppe also sparen können?
Rosengartens Bürgermeister Dirk Seidler erklärt dazu: „Der Brandschutz ist so wichtig, dass die Treppe gebaut werden musste, egal ob das Gebäude vier Jahre später saniert oder abgerissen wird“. Allerdings macht Seidler auch deutlich, dass über die Zukunft des Rathauses noch lange nicht entschieden sei. Die Untersuchung des Landkreises bezeichnete der Rathauschef als nicht „tiefgreifend“ genug. Die Gemeinde Rosengarten werde dazu ergänzend Gutachter beauftragen. Seidler: „Erst dann lässt sich in den Gremien sachlich über die Zukunft des Rathauses diskutieren.“