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Unwirtschaftlich und ohne Gespür für die Landschaft - "geheime" Stellungnahme zum Bau des P+R-Parkplatz in Klecken

Freie Sicht über Wiesen und Felder doch statt grün dominiert hier bald ein beton-grauer Parkplatz die Landschaft (Foto: ockelmann)
mi. Rosengarten.

Der P+R Parkplatz am Bahnhof in Klecken, Kostenpunkt rund 1,1 Millionen, stellt kein nachhaltiges Konzept für die Verkehrsplanung der Gemeinde Rosengarten dar und ist schlicht unwirtschaftlich. Das ist die Kernaussage der Stellungnahme von Thies Ockelmann, Architekt aus Rosengarten. Wie berichtet, war Ockelmanns Eingabe gegen die Planung von der Gemeinde Rosengarten erst bei der Bearbeitung „vergessen“ worden und soll nun im Geheimen besprochen werden.

Thies Ockelmann argumentiert, dass nach dem derzeitigen Planungskonzept Kosten von über einer Million Euro entstünden. Im günstigsten Fall und unter Ausschöpfung aller Fördermittel müsse die Gemeinde davon immer noch rund 300.000 Euro plus Grunderwerbskosten tragen. Thies Ockelmann: „Für 300.000 Euro kann ein intensiver Buspendelverkehr vom Bahnhof in die umliegenden Ortschaften finanziert werden.“ Das entlaste die Umwelt und gleichzeitig die Anwohner am Bahnhof.
Der Architekt kritisiert weiter, dass der Entwurf ohne Gespür für das Landschaftsbild und den Ort entstanden sei. Der geplante Parkplatz stelle zukünftig sowohl von der Mühlenstraße als auch von der Bürgermeister-Glade-Straße die ortsbildprägendste Optik dar. Dass es besser ginge, zeige der Klecker Rewe-Markt, der so geplant wurde, dass er in einer Senke und hinter Bäumen verschwinde.
Das ausgewählte Grundstück sei laut Ockelmann aber nicht nur aus optischer Sicht schlecht geeignet, sondern auch aus finanzieller und planerischer. Hintergrund: Nur 41 Prozent der Gesamtfläche werde tatsächlich für Parkplätze genutzt. Mehr als die Hälfte des Areals dagegen für ein Regenrückhaltebecken und andere Erschließungsmaßnahmen. Bei der ursprünglich für die Erweiterung vorgesehene Fläche würden dagegen 70 Prozent auch wirklich für Parkplätze genutzt. Zur Info: Die ursprüngliche Planung umfasste ein Gebiet, dessen Besitzer, ein örtlicher Landwirt, sich in der Vergangenheit mit Rosengartens ehemaligen Bürgermeister Dietmar Stadie überworfen hatte und deswegen bis heute nicht verkaufen will.
Folgt man der Stellungnahme von Thies Ockelmann so ist die jetzt von der Gemeinde vorangetriebene Planung „extrem unwirtschaftlich“. Nach Berechnungen des Architekten liegt der Preis für jeden einzelnen Parkplatz dort bei mehr als 6.000 Euro. Oder anders ausgedrückt: Die Gemeinde erhält für viel versiegeltes und teuer gekauftes Land wenig Parkplätze und ein weiteres gigantisches Regenrückhaltebecken.
Insgesamt umfasst Ockelmanns Argumentation knapp elf Seiten. Weitere Einwände sind zum Beispiel der Verlust von Flächen mit hohem Wert für die Landwirtschaft und die aus seiner Sicht unzureichende Analyse des tatsächlichen Bedarfs an neuen Stellplätzen. Die endgültige Entscheidung über die Planung fällt auf der nächsten Gemeinderatssitzung.