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Veraltet und zu dunkel - die Straßenbeleuchtung in Appel

Beinahe schon Design: Auch solch formschöne „Glockenleuchten“ gibt es in Appel (Foto: archiv)
mi. Appel. Veraltet! So lässt sich der Zustand der Straßenbeleuchtung in Appel in einem Wort zusammenfassen. Das ergab eine Bestandsaufnahme der EWE im Auftrag der Gemeinde. Jetzt hat der Rat ein Optimierungskonzept diskutiert. Kostenpunkt: mindestens 50.000 Euro. Allerdings wird auch der Stromverbrauch durch die Verwendung moderner Leuchtmittel reduziert.
Es ist kein schönes Ergebnis: Zu 85 Prozent erhellen in der Gemeinde Appel sogenannte „Quecksilberdampfhochdrucklampen“ die Nacht. Ein technisches Auslaufmodell, für das es keine Ersatzteile mehr gibt und das deswegen laut EU auch nicht mehr betrieben werden soll. Auch die restliche Beleuchtungstechnik sei mit Leuchtstoffröhren und Natriumdampflampen nicht gerade aktuell, erklärte Björn Muth vom Energieversorger EWE. Ebenso von gestern sei der Ausleuchtungsgrad, der durch die einzelnen Laternen erreicht werde. Wobei Muth erklärte, die Beleuchtung weiche zwar weit von der DIN-Norm ab, liege damit aber im Standard anderer Kommunen mit einer dörflichen Struktur wie der Appels.
Beeindruckend war die Vielfalt der über die Jahre verbauten Leuchten. Von Pilz-, über Glocken- bis zur Kofferleuchte finden sich im kleinen Appel beinahe alle gängigen Modelle an Straßenlaternen, zeigte die Bestandsaufnahme von Björn Muth.
Der EWE-Experte empfahl dem Rat, die veralteten Leuchtmittel durch moderne LED-Technik zu ersetzen. Damit könnte die Gemeinde bis zu 5.000 Euro im Jahr einsparen, so dass sich die neue Technik laut Björn Muth nach maximal zehn bis zwölf Jahren amortisieren werde.
Allerdings, dass neu nicht in allem immer besser ist, zeigte eine kritische Nachfrage von Ratsmitglied Carsten Fock, die ergab, dass bei einem Umstieg auf LEDs mehr Lichtpunkte, sprich mehr Lampen pro Leuchte, verbaut werden müssten, um die gleiche Lichtstreuung zu erreichen. Konkret bedeutet das, wenn hier keine Abstriche gemacht werden, steigt auch der Preis.
Im Rat war man sich einig, dass die Sanierung am besten durch regionale Firmen erfolgen solle. Eine Entscheidung, was und ob saniert wird, will man aber ohnehin dem neuen Rat überlassen. Einen Vorschlag, wie man schnell eine bessere Ausleuchtung der Gemeinde erreichen könne, machte Ratsherr Wilfried Modei: „Wenn die Gemeinde die vorhandenen Laternen von Bewuchs freischneiden würde, wäre an einigen Orten schon viel gewonnen“, so der Ratsherr.
Egal für welches Sanierungskonzept sich am Ende entschieden wird, eines ist jedoch schon einmal sicher: Ab 1 Uhr nachts wird es auch durch die modernste LED-Technik nicht heller als mit den veralteten Leuchten, denn ab diesem Zeitpunkt schaltet Appel aus Kostengründen die Straßenbeleuchtung ab. Dann ist es - LED hin oder her - überall gleich dunkel.