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"Viel Hurra wenig Konzept"

Malte Kanebley: „Was haben wir denn davon?“
mi. Neu Wulmstorf. Die Gemeinde Neu Wulmstorf wird sich grundsätzlich an einer landkreisübergreifenden Kommunalen Wohnungsbaugenossenschaft beteiligen. Das hat jetzt der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen.
Im Landkreis Harburg fehlt bezahlbarer Wohnraum. Laut einer Studie der N-Bank müssten demnach im Kreisgebiet mindestens 3.020 Wohneinheiten neu geschaffen werden. Der Landkreis Harburg plant deshalb die Gründung einer Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (KWG) Gesellschafter wären der Landkreis Harburg und möglichst alle Kreiskommunen sowie die Sparkasse Harburg Buxtehude. Die Gesellschaft soll bis 2020 geplant 1.000 neue Wohneinheiten in Geschossbauweise errichten. Ziel ist es dabei, dass ein Drittel als Sozialwohnungen (Quadratmeterpreis 5,60 Euro) und zwei Drittel als bezahlbarer Wohnraum (Quadratmeterpreis 8 Euro) ensteht. Dazu soll ein Kapitalstock von 45 Millionen Euro aufgebaut werden. Für Neu Wulmstorf bedeutet das, die Gemeinde würde sich mit 2,18 Millionen Euro an der Gesellschaft beteiligen und dafür könnten – gesellschaftsfinanziert – 100 neue Wohneinheiten im Gemeindegebiet entstehen.
„Die SPD ist grundsätzlich für die Beteiligung an der Gesellschaft, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Allerdings setze das voraus, dass es in der Gemeinde auch ausreichend Flächen geben müsse, um die 100 Wohneinheiten zu bauen, erklärte Thomas Grambow. Deutlich kritischer äußerte sich Malte Kanebley (CDU). Was der Kreis bisher als Entscheidungsgrundlage vorgelegt habe, sei „viel Hurra und wenig Konzept“. Es fehlten belastbare Daten. „Was bekommt Neu Wulmstorf für seine 2 Millionen?“. Christdemokrat Matthias Weigmann mahnte die Wirtschaftlichkeit der GmbH an. Es dürfe nicht sein, dass die Gesellschaft zum dauerhaften Subventionsgeschäft werde.
Anders sahen das die Grünen. Jochim Franke sagte, die Gesellschaft müsse als gemeinnützige GmbH verfasst werden, es dürfe gerade nicht darum gehen, dass mit dem Wohnungsbau Gewinne erzielt werden, die nicht wieder der Aufgabe der Gesellschaft zu gute kämen. Zum Schluss stimmte der Rat unter Enthaltung der UWG grundsätzlich für eine Beteiligung an der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft.