Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Viel Lärm um Nichts - Information zum Kiesabbau sorgt für Diskussionen beim Ortsrat Klecken

Über den möglichen Kiesabbau auf dieser Fläche entlang der Bendestorfer Straße wollte sich der Ortsrat lieber unter Ausschluss der Öffentlichkeit informieren
as. Klecken. Der eigentlich harmlose Tagesordnungspunkt 17 „Information und Meinungsbildung“ sorgte jüngst für Zoff auf der Sitzung des Ortsrates Klecken.
Wie berichtet, wollte Ortsbürgermeister Jürgen Grützmacher (CDU) den Ortsrat und die Öffentlichkeit über den möglichen Kiesabbau in Klecken informieren. Das Interesse war groß, etwa 30 Bürger waren zur Sitzung erschienen.
Ortsratsmitglied Joachim Becker (FDP) beantragte zu Beginn der Sitzung, genau diesen Punkt nicht-öffentlich zu diskutieren. „Die Abstimmung im Ortsrat ist einfacher, wenn man ‚unter sich‘ ist“, so die Begründung Beckers. Diese Ansicht teilte wohl die Mehrheit der Ortsratsmitglieder, lediglich Jürgen Grützmacher und Klaus Cohrs (SPD) stimmten für eine öffentliche Diskussion.
Die Entscheidung traf auf Unverständnis bei den anwesenden Bürgern, die ihrem Unmut sogleich in der Fragestunde Luft machten. „Viele von uns sind doch wegen Punkt 17 da, wieso ist das geheim? Das betrifft doch die Öffentlichkeit“, fragte ein Bürger.
Dass Bauanträge und Stellungnahmen vertraulich behandelt würden, sei keine Heimlichtuerei, sondern der Funktionsfähigkeit des Ortsrates geschuldet, Bauangelegenheiten seien im Ortsrat immer ein schwieriges Thema, so Becker. „Jeder Hühnerstall wird hier öffentlich gemacht, und so etwas wie eine Kiesgrube ist privat?“, empörte sich daraufhin ein Bürger.
„Die Regularien wurden nicht eingehalten“, begründete die stv. Ortsbürgermeisterin Anke Grabe (CDU), weshalb das Thema nicht-öffentlich diskutiert werden sollte. Man solle nicht zuerst die Presse informieren, sondern erst den Ortsrat und die Bürger. Der Ortsrat solle erst Gelegenheit haben, sich zu beraten, bevor man der Öffentlichkeit Rede und Antwort steht, so der Vorwurf an den Ortsbürgermeister. Jan Lerche (Grüne) hielt das Thema Kiesgrube für nicht relevant. „Ich verstehe nicht, weshalb wir diesen Punkt überhaupt diskutieren, der Antrag zum Kiesabbau wurde doch zurückgezogen“, so Lerche.
Der jetzige Kiesabbau sei bereits eine Belastung für den Ort, deshalb müsse man die Öffentlichkeit frühzeitig über weitere Vorhaben informieren, betonte Grützmacher. „Wir sind froh über die Berichterstattung“, so der Ortsbürgermeister.
Nach etwa einer halben Stunde wurde die Diskussion mit dem Hinweis auf die geltenden Regularien für die Fragestunde beendet. Joachim Becker verließ im Laufe der Diskussion wortlos die Sitzung und kehrte nicht mehr zurück.

Moment Mal

Stören Bürger bei der Arbeit?

Es ging nicht einmal um eine Entscheidung, die auf der Sitzung des Ortrates Klecken getroffen werden sollte, sondern lediglich um die Information über einen möglichen Kiesabbau. Bei dem offensichtlich großen Interesse der Bürger, diesen Punkt nicht-öffentlich behandeln zu wollen, ist ungünstig und hat ein „Geschmäckle“. Während andernorts über ein geringes Interesse der Bürger an politischen Diskussionen gejammert wird, scheint man im Ortsrat Klecken der Ansicht zu sein, dass der Bürger bei der Arbeit stört.
Anke Settekorn