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Jugendtrainer sind Mangelware

Jugendmannschaften wie die Nachwuchskicker der F-Jugend U8 des SV Ottensen sind auf ehrenamtliche Trainer angewiesen (Foto: SV Ottensen)
mi. Landkreis. Nachwuchssorgen, wie sie den TV Welle, den MTV Hanstedt und weitere Fußballclubs aus dem Landkreis Harburg plagen (das WOCHENBLATT berichtete) sind für den TSV Neu Wulmstorf und die großen Vereine im Landkreis Stade ein geringeres Problem. Hier drückt der Schuh an anderer Stelle. Vielen Vereinen fehlen schlichtweg qualifizierte Übungsleiter oder Trainer für ihre Mannschaften.
Die Situation ist eigentlich prima: Die grandiose Anzahl von 53 Nachwuchs-Teams konnte der TVV Neu Wulmstorf in der Fußballsparte für die kommende Saison anmelden. Insgesamt sind 600 der 3145 Mitglieder bei den Fußballern aktiv. Dennoch bereitet ein Problem Abteilungsleiter Gerhard Käse Sorgen: Für die Betreuung benötigt der Verein dringend Trainer und Übungsleiter.
Hintergrund: In Neu Wulmstorf werden - wie bei fast allen Sportvereinen - die Fußballmannschaften von Ehrenamtlichen betreut. Nur fällt es Vereinen immer schwerer, genügend Übungsleiter bei Eltern und Jugendlichen zu gewinnen.
Anforderungen im Beruf, weite Entfernung zum Arbeitsplatz und generell weniger Zeit für Vereinsarbeit, damit hätten die Vereine seit Jahren zu kämpfen. „Um eine Mannschaft vernünftig zu betreuen, braucht man eigentlich zwei Übungsleiter damit sich flexibel reagieren lässt, wenn einer zum Beispiel länger arbeiten muss und ausfällt“, erklärt Fußballabteilungsleiter Gerhard Käse.
Ähnliches berichtet auch Stephan Griebel vom SV Ottensen, dem mit 19 aktiven Teams und nahezu 400 Mitgliedern mannschaftsmäßig größten Buxtehuder Fußballclub. „Der Mangel an qualifizierten Übungsleitern ist ein Problem, mit dem wir ständig zu kämpfen haben“, so Griebel. Der Vereinschef sieht aber noch ein weiteres Problem. Zumindest in Buxtehude seien die Vereine wegen zu wenig Trainingsmöglichkeiten, gerade in den dunklen Monaten, kaum in der Lage, bei der Vergabe der Trainingszeiten Rücksicht auf die Wünsche der ehrenamtlichen Übungsleiter zu nehmen. „Wer Ehrenamtliche halten will, muss ihnen auch entgegen kommen können, derzeit ist das zumindest in Buxtehude kaum möglich.“, sagt der Vorsitzende. Er fordert die Schaffung eines weiteren ganzjährig bespielbaren Platzes. Stephan Griebel: „Eine Stadt, die sich Sportstadt nennt, sollte auch etwas für den Sport tun.“ Mit dem neuen Rasenplatz am Schulzentrum Süd sei den Vereinen wegen der bedingten Bespielbarkeit im Winter nur wenig geholfen.
Auch beim Vfl Stade kennt man das Problem akut sei es aber gerade nicht sagt Horst Wiebusch, Leiter der Fußballabteilung. Der Verein habe gerade mit dem zweiten Stader Club SV Güldenstern fusioniert und sei gut für die Zukunft aufgestellt.
Beim TVV Neu Wulmstorf will man jetzt einen neuen Weg gehen, um das Problem der fehlenden Übungsleiter zu lösen. Bei einem Gespräch mit den Verbandsspitzen des Niedersächsischen Fußballverbands wurde die Idee geboren, dass der Verband in der Region dezentral einen seiner „Juniorcoach“-Lehrgänge anbietet.
Hintergrund: Die Qualifizierung zum Fußball-Trainer im Breitensport ist meist nur zentral an einigen Sportschulen in Niedersachsen möglich. Die Kurse dauern dabei vier Wochenenden. „Auch dieser Zeitaufwand und die Entfernung schreckt viele ab.“, ist sich Gerhard Käse sicher. Bei dem Juniorcoach Lehrgang ist das anders, der Kursus, der sich speziell an Jugendliche richtet, findet dezentral, zum Beispiel in Kooperation mit einer Schule vor Ort, statt. Hier erhalten die Teilnehmer den ersten Teil der Ausbildung zum C-Trainer. Die anderen Teile könnten dann später nachgeholt werden. Beim TVV setzt man große Hoffnung in das System: Gerhard Käse: „Ich glaube die Juniorcoach-Lehrgänge sind ein guter Weg, um mehr Übungsleiter zu gewinnen.“