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Ärztlicher Leiter wird gesucht

Wechsel im Krankenhaus-Vorstand (v. li.): Andreas-Wolfgang Schneider, Ulrich Magdeburg, Ute Golbach, Andreas Engel und Jürgen Meinberg
ce. Salzhausen. Das Krankenhaus Salzhausen schlägt neue Wege ein, um seine Zukunft zu sichern: Mit einem ärztlichen Leiter an der Spitze soll die Sanierung des finanziell angeschlagenen Hauses vorangetrieben und Deutschlands einzige von einem genossenschaftlichen Krankenpflegeverein betriebene Klinik wirtschaftlich wieder fit gemacht werden. Diese Entscheidung trafen jetzt Vorstand und Aufsichtsrat des Pflegevereins in Abstimmung mit dem bisherigen Verwaltungschef Ulrich Magdeburg (55). Der gab auf der außerordentlichen Generalversammlung des Vereins am Dienstag bekannt, dass er den von ihm seit 2006 bekleideten Posten zum 6. April aufgebe. "Es fällt schwer, sich von etwas zu lösen, für das man sich sehr engagiert hat. Aber ich habe erkannt, dass das neue Führungskonzept gute Aussichten auf Erfolg hat", so Magdeburg.
Der ärztliche Leiter des Krankenhauses soll bis 1. Oktober gefunden werden. Bis dahin wird dem mit Jürgen Meinberg und Andreas Engel besetzten ehrenamtlichen Vorstand des Krankenpflegevereins die Diplom-Volkswirtin Ute Golbach (56) vom Kieler Institut für Gesundheits-System-Forschung (IGFS) zur Seite gestellt. Die IGSF begleitet die Klinik seit Beginn des Sanierungsverfahrens im Sommer 2012. Bis zur Umstrukturierung unterstützt wird der Vorstand vom Urologen Andreas-Wolfgang Schneider (60), Sprecher der Ärzteschaft und seit 20 Jahren im Krankenhaus tätig. "Ziele der Sanierung sind die Schärfung des medizinischen Profils und die Ausweitung des Leistungsangebotes", betonte Ute Golbach. Investiert wurde bereits in die Schaffung neuer Technik und die Einstellung weiterer Ärzte.
Wie berichtet, hatte sich 2011 und '12 im Krankenhaus ein Defizit von rund 548.000 Euro angesammelt. Ursache waren drastische Rückgänge bei den Patientenzahlen und beim Schweregrad der zu behandelnden Fälle. Inzwischen läuft voraussichtlich noch bis Ende Juli das Insolvenz-Planverfahren.
In seiner "Abschiedsrede" hob Ulrich Magdeburg hervor, dass es "gute Fortführungsaussichten" für alle Unternehmenszweige mit den insgesamt bis zu 200 Beschäftigten gebe. Dazu gehören neben dem Krankenhaus ein ambulanter Pflegedienst, eine Tagespflegestation, ein Senioren- und Pflegeheim und betreutes Wohnen. Überschüsse seien erst für 2014 zu erwarten. Schon in diesem Jahr könnte eine Quote zwischen 15 und 30 Prozent an die Gläubiger ausgeschüttet werden. Auf einer Versammlung am Donnerstag stimmten die Gläubiger dem Insolvenzplan zu.
Bei der Zusammenkunft des Krankenpflegevereins stimmten die rund 200 anwesenden Mitglieder für den Fortbestand der Genossenschaft. Diese zählt derzeit 1.229 Mitglieder mit 9.632 gezeichneten Anteilen. Magdeburg bezifferte den Unternehmenswert der Genossenschaft bei einer Fortführung mit gut 7,1 Millionen Euro. Ein Verkauf der vereinseigenen Liegenschaften hätte lediglich einen Erlös von rund 1,6 Millionen Euro erbracht. Auch der Genossenschaftsverband Hannover begrüßte die Fortsetzung.
- In den Aufsichtsrat des Krankenhauses gewählt wurden Werner Niemann, Jürgen Franzke, Michael Klapproth, Nils Abel, Pastor Michael Danne, Roland Waltereit und Bernhard Müller als Vorsitzender.