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"Beziehungsarbeit ist wichtig": Andreas Brammer ist neuer Jugendpfleger in der Samtgemeinde Salzhausen

Will bunte Aktivitäten ins Jugendzentrum holen: Jugendpfleger Andreas Brammer
ce. Salzhausen. "Ich habe große Lust, hier mit allen Interessierten etwas auf die Beine zu stellen und bin offen für viele Aktivitäten." Das sagt Andreas Brammer (37), der jetzt seinen Dienst als neuer Jugendpfleger der Samtgemeinde Salzhausen übernommen hat. Angestellt ist er bei der Winsener Reso-Fabrik, die die Jugendarbeit vor Ort im Auftrag der Samtgemeinde betreibt.
Der in Raven (Kreis Lüneburg) geborene Andreas Brammer absolvierte ein Studium zum Diplom-Sozialarbeiter und -Sozialpädagogen. Bevor er nach Salzhausen kam, war er zwölf Jahre in der offenen Jugendarbeit in Soltau tätig. "Als ich die Ausschreibung der Salzhäuser Stelle im Internet las, war ich überzeugt, dass der richtige Zeitpunkt für einen Jobwechsel gekommen ist", sagt Brammer beim WOCHENBLATT-Besuch an seiner neuen Wirkungsstätte. Das Jugendzentrum (Juz) im Untergeschoss des Salzhäuser Rathauses hat derzeit werktags außer mittwochs von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Die Kerngruppe der täglich bis zu 25 Besucher ist 14 bis 18 Jahre alt. Hinzu kommen einige ältere Flüchtlinge. "Ich würde die Öffnungszeiten gerne erweitern und möglichst jeden Tag öffnen", so Brammer, der von Honorarkräften unterstützt wird.
Mit verschiedenen Institutionen im Raum Salzhausen - darunter der sich für Jung und Alt engagierende Verein "Interessengemeinschaft" und Flüchtlingshelferkreise - hat Brammer bereits Kontakt aufgenommen und erste Kooperationsgespräche geführt. "Ich wurde sehr nett aufgenommen. Es wurde großes Interesse gezeigt, bei der Jugendarbeit mitzuwirken", freut er sich.
Mitte März werden Brammer und Vertreter der Reso-Fabrik bei einem internen Workshop der Salzhäuser Politik konkrete Ideen für die künftige Jugendarbeit vorstellen. Daraus wird ein endgültiges Konzept mit Schwerpunkt in der Gemeinde erstellt, das in den Gremien beschlossen werden soll. "Wichtig ist für mich Beziehungsarbeit mit den Jugendlichen. Wenn wir zusammen Billard spielen, kickern oder kochen, entstehen gute Kontakte zueinander und auch die Lust auf mehr gemeinsame Aktivitäten", weiß Brammer aus Erfahrung. In Salzhausen würde er mit "seinen" Jugendlichen gerne auch die Skater-Anlage wieder verstärkt nutzen.
In seiner Freizeit unternimmt Andreas Brammer, der in Betzendorf lebt, oft etwas mit seiner Familie und spielt Fußball in der SG Salzhausen-Garlstorf. "Eine weitere große Leidenschaft von mir ist das Reisen."
- Vereine und Verbände, die bei der Jugendarbeit in und um Salzhausen mitmischen möchten, melden sich bei Andreas Brammer unter Tel. 04172 - 909935 oder per E-Mail unter a.brammer@reso-fabrik.de.

- Das erhoffen sich Jugendliche aus Salzhausen und Umgebung vom neuen Jugendpfleger:
Pia Hardt (17) aus Salzhausen: "Im Allgemeinen haben mir die Projekte, die die Leiter des Jugendzentrums Salzhausen aufgestellt haben, gut gefallen. Uns Jugendlichen wurde die Chance gegeben, sich einzubringen, Ideen zu äußern und gemeinsam Probleme zu bewältigen. Ich glaube, dass zu wenig Jugendliche von dem JUZ und dessen Unternehmungen wissen. Durch mehr Werbung könnten mehr Jugendliche auf das Zentrum aufmerksam gemacht werden und somit auch größere Projekte auf die Beine gestellt werden.
Das sportliche Angebot in Salzhausen und Umgebung ist zwar breit gefächert, jedoch können Vereine und Clubs nicht alle Interessen von Jugendlichen abdecken. Deshalb benötigt Salzhausen die Jugendarbeit und mit ihr kompetente Jugendpfleger."

Celine Lühr (17), Lübberstedt: "Das Jugendzentrum bietet einen einheitlichen Treffpunkt, der zentral in Salzhausen für alle umliegenden Dörfer gut zu erreichen ist. Die Heranwachsenden fühlen sich dazugehörig, können sich vom Schulalltag ablenken. Jedoch spricht die Jugendarbeit meiner Meinung nach einen zu kleinen Teil der Jugendlichen unserer Gemeinde an. Ich denke, der Jugendpfleger sollte mit viel Verständnis und Geduld an die Jugendarbeit heran treten. Statt sich als Autoritätsperson darzustellen, sollte der zukünftige Jugendpfleger auf freundschaftlicher Basis mit den Jugendlichen umgehen."

Luisa Will Visens (18), Salzhausen: "Das Jugendzentrum in Salzhausen ist Anlaufstelle für viele Jugendliche, nicht nur aus Salzhausen, sondern auch aus den umliegenden Gemeinden. Freunde treffen, Billard spielen, Zeit vertreiben - das JUZ wird von einer Vielzahl von Jugendlichen genutzt. Damit es an den Nachmittagen nicht zu ausartenden Konflikten unter den Jugendlichen kommt, ist meiner Meinung eine erwachsene Aufsichtsperson nötig. Natürlich reicht es nicht, irgendeine Person zu beauftragen. Am besten sollte es jemand sein, der sich mit der Arbeit mit Jugendlichen gut auskennt, den Jugendlichen verständnisvoll, aber trotzdem autoritär gegenübertritt und bei Problemen der Jugendlichen stets ein offenes Ohr hat. 
In den letzten Jahren hat das JUZ Salzhausen zunehmend schlechte Kritik erhalten. Durch einen Jugendarbeiter könnte dieses Image wieder aufpoliert werden, und noch mehr Jugendliche würden sich für das Jugendzentrum interessieren und es besuchen. Es wäre schön, wenn durch einen Jugendarbeiter auch neue Aktivitäten angeboten würden, wie zum Beispiel ein Poker- und Spielabend, Basteln oder Werken. Dabei muss es sich nicht um kostspielige Angelegenheiten handeln, sondern um einfache Dinge, die auch mit wenig Aufwand zu realisieren sind.   
Ich denke nicht, dass Vereine die Arbeit der Jugendpflege ersetzen können, denn die Zeiten, in denen die Kurse stattfinden, sind meist begrenzt. Das JUZ hingegen hat bis zum Abend für jeden seine Türen offen."

Constantin Blumenberg (18), Egestorf: "Ich sehe die bisherigen Leistungen der Salzhäuser Jugendarbeit sehr kritisch. Nicht nur der schlechte Ruf des Jugendzentrums muss sich ändern. Auch die Präsenz der Jugendprojekte und der Jugendpfleger muss zunehmen. Ich hoffe, dass durch den neuen Jugendpfleger das Jugendzentrum interessanter und ansprechender gestaltet wird."