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Bürgerinitiative Vierhöfen gegen Windkraft vor ihrer Haustür

ce. Vierhöfen. Auf heftige Ablehnung bei der Bürgerinitiative Vierhöfen (BIVI) stoßen Pläne des Landkreises Lüneburg, im Rahmen des Raumordnungsverfahrens für das neue Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) ein Vorranggebiet für Windkraftanlagen in Westergellersen an der Grenze zu Vierhöfen auszuweisen. Dort sollen auf einer Fläche von rund 56 Hektar voraussichtlich fünf Windräder errichtet werden. "Die Beeinträchtigungen von Natur, Umwelt und Mensch wiegen ungleich schwerer als der sich eventuell ergebende energetische und wirtschaftliche Nutzen", betonen Harri Schulz und Eberhard Leopold vom BIVI-Vorstand.
Die Initiative spricht sich grundsätzlich für einen Ausbau von Windkraft und anderen erneuerbaren Energien aus. Dieser dürfe jedoch nicht "über die Köpfe der Bürger hinweg erfolgen". Sie müssten unbedingt in wichtige Entscheidungen wie die Auswahl von Windkraft-Standorten einbezogen werden.
Gegen das Vorhaben im Grenzbereich Vierhöfen/Westergellersen führt die BIVI folgende Aspekte ins Feld:
- Fehlendes Windpotential: Einer vom Landkreis Harburg in Auftrag gegebenen Windpotential-Studie zufolge liege die Vorrangfläche - so die Bürgerinitiative - auf dem letzten Platz. Hier könnten nur Windräder mit einer Höhe zwischen 200 und 250 Metern wirtschaftlich betrieben werden. Derartige "Giganten", die sich bislang für Offshore-Anlagen drehen, würden von der Mehrheit der Bevölkerung nicht akzeptiert. Die BIVI rät daher von der Ausweisung der Vorrangfläche auf dem windschwachen Terrain ab.
- Schutz von Natur und Pflanzen: Das ausgeguckte Vorranggebiet hat laut BIVI unter anderem als Feuchtgrünland große Bedeutung für den Tier- und Pflanzenartenschutz, was auch im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises Harburg dokumentiert sei. Zudem seien dort bzw. in unmittelbarer Nähe geschützte Tierarten wie Seeadler, Schwarzstorch, Rotmilan und Fledermaus anzutreffen.
- Schutz von Mensch und Landschaft: Die Fläche befindet sich im Naturpark Lüneburger Heide und in einem Erholungsgebiet. Südlich davon liegt das Reitsportzentrum Luhmühlen, das - so die BIVI - für den Kreis Harburg eine "große touristische und wirtschaftliche Bedeutung" habe.
Die Errichtung der Windkrafträder, deren Technik die Landschaft quasi überschatte, stünde dem Nutzungszweck des Reiterzentrums, der touristischen Entwicklung der Samtgemeinde Salzhausen und jeglicher Erholung entgegen, zieht die BIVI ein Fazit. Aus ähnlichen Gründen habe der Landkreis 2007 ein Vorranggebiet zwischen Gut Schnede bei Vierhöfen und Luhmühlen abgelehnt. Das jetzt diskutierte Areal sei davon nur etwa 1,2 Kilometer entfernt, weshalb nahezu die gleichen Abwägungskriterien gelten dürften.