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"Dem Wahnsinn ein Ende setzen": Gemeinde Wulfsen protestiert gegen geplante Ortsumgehung Luhdorf/Pattensen

Vor einer Karte mit dem geplanten Verlauf der Umgehungstrasse auch durch den Raum Wulfsen: die Vize-Bürgermeister Matthias Kruse (li.) und Christoph Schmiedebach
ce. Wulfsen. Die geplante Ortsumgehung um Luhdorf und Pattensen als Verbindung von der A39 zur A7 stößt bei den davon tangierten Kommunen auf immer stärkeren Widerstand. "Die Gemeinde Wulfsen und auch die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe in Wulfsen und Pattensen werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um diesem Wahnsinn ein Ende zu setzen", kündigten Wulfsens stellvertretende Bürgermeister Christoph Schmiedebach (62, SPD) und Matthias Kruse (42, CDU) gegenüber dem WOCHENBLATT an.
Schmiedebach und Kruse befürchten - ebenso wie viele Bürger -, dass es bei einer Realisierung der Umgehungstrasse zu einer massiven Steigerung des Verkehrsaufkommens und der Lärmbelastung in den Dörfern kommen würde. Die "Zerschneidung" von landwirtschaftlichen Flächen und Naturräumen, die Versiegelung von mehr als 100 Hektar Boden sowie die Zerstörung von Naherholungsgebieten und Kiebitz-Brutstätten zwischen Wulfsen und Pattensen wären womöglich weitere Folgen.
"Es kann nicht sein, dass eine Variantenplanung vorangetrieben wird, die die Samtgemeinde Salzhausen und die Gemeinde Wulfsen per Ratsbeschluss strikt abgelehnt haben", übt Matthias Kruse Kritik am Landkreis Harburg und der Stadt Winsen, die bei der Planung kooperieren. Kruse appelliert an die Verantwortlichen, den gefassten Kreistagsbeschluss für Tempo 30 in Pattensen endlich umzusetzen. Mann sollte die damit verbundenen Möglichkeiten ausschöpfen, den Schwerlastverkehr auch künftig über die Autobahnen zu leiten, und dadurch eine zusätzliche Belastung der L234 vermeiden.
"Den Verkehrsteilnehmern aus dem Kreis Harburg und den benachbarten Regionen kann zugemutet werden, dass sie - auch bei etwas Zeitverlust und gegebenenfalls Mautgebühren - weiterhin die Hauptverkehrsadern wie A7, A1 und A39 sowie die Bundes- und Landesstraßen benutzen", ist Christoph Schmiedebach überzeugt.
Die Gemeinde Wulfsen hat unterdessen einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um juristischen Beistand zu haben beim Protest gegen die in das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) bereits eingeflossenen Umgehungstrassen-Pläne. "Die Politik sollte die weiteren Planungen der Ortsumgehung aufgrund der genannten Gründe und der mit dem Projekt verbundenen erheblichen Kosten massiv überdenken", mahnen die Vize-Gemeindeoberhäupter.