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"Denkt an die Gefangenen!"

Arbeit unter Polizeischutz: Gunnar Garms von "Open Doors" bei einem Besuch in Nigeria (Foto: Foto: Open Doors)
ce. Gödenstorf. Das Symbol der Christen, der Fisch, geformt aus Stacheldraht - das ist das Logo des überkonfessionellen internationalen Hilfswerks "Open Doors", das sich seit über 50 Jahren mit Hilfsaktionen wie Nothilfe, Ausbildungsmaßnahmen und Bibellieferungen für verfolgte Christen in aller Welt engagiert. „Denkt an die Gefangenen, als ob ihr selbst mit ihnen im Gefängnis wärt!“ Diese Worte aus dem Hebräerbrief der Bibel sind das Leitmotiv der Initiative. Über ihre Arbeit berichtete jetzt Öffentlichkeitsreferent Gunnar Garms (50) von "Open Doors Deutschland" vor der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Gödenstorf (Kreis Harburg).
„Christen sind weltweit die größte verfolgte Religionsgemeinschaft“, hob Garms hervor. Nach Schätzungen der Hilfsorganisation werden in mehr als 50 Ländern über 100 Millionen Christen verfolgt. Einen Schwerpunkt seines Vortrags legte Gunnar Garms auf Nordkorea, das auf dem sogenannten „Weltverfolgungs-Index“ seit elf Jahren an der Spitze steht. Von den 24,5 Millionen Einwohnern Nordkoreas sind etwa 200.000 Christen, die ihren Glauben geheim im Untergrund leben müssen. Etwa 70.000 nordkoreanische Flüchtlinge leben in China. Dort werden sie aber nicht als Flüchtlinge anerkannt, sondern leben in ständiger Angst, entdeckt und ausgeliefert zu werden.
„Wer nicht die nordkoreanische Regierung verehrt, sondern Jesus Christus, oder beim Bibellesen erwischt wird, gilt als Staatsfeind und muss – ebenso wie andere Regimegegner – damit rechnen, ins Arbeitslager gesperrt zu werden“, berichtete Garms. In den Lagern seien die Gefangenen barbarischen Aufsehern ausgeliefert, die nahezu sämtliche Freiheiten haben, Häftlinge zu misshandeln oder zu vergewaltigen.
Es gebe aber auch Menschen - so Garms -, die in den Lagern durch den Kontakt mit Christen zum Glauben gefunden haben.
Die grausamen Auswirkungen der Christenverfolgung erlebte Gunnar Garms auch im afrikanischen Nigeria, wo er 2009 unter Polizeischutz Kirchen besuchte. Dort hatten radikale Muslime zahlreiche Kirchen und ein christliches Wohnviertel niedergebrannt, Pastoren und andere Gemeindemitglieder umgebracht. „Eine Witwe, die dabei ihren zweiten Mann verloren hatte, berichtete, dass ihr erster Mann auch Pastor war und bei einem früheren Überfall getötet worden war. Sie hat nun elf Kinder zu versorgen“, erinnerte sich Garms.
„Wir können den Terror nicht abstellen, wollen aber möglichst viele Menschen darüber informieren“, so Gunnar Garms bei seinem Vortrag. - Mehr Infos unter www.opendoors.de