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"Eine große Chance ist vertan worden!": "Nein" zu Olympia 2024 bei Hamburger Referendum stößt in Region überwiegend auf Unverständnis

Das gibt's nun doch nicht: Reitsportfreunde warben in Luhmühlen für Olympia 2024 in Hamburg - vergeblich (Foto: archiv/ce)
ce. Landkreis. "Das ist dumm gelaufen! Da ist für unsere Region und auch für Hamburg eine große Chance vertan worden." Das sagt Dr. Roland Wörner, Geschäftsführer der Ausbildungszentrum Luhmühlen (AZL) GmbH, zum Olympia Referendum, bei dem am Sonntag 51,6 Prozent der Bürger gegen eine Austragung der Spiele 2024 in der Elbmetropole gestimmt hatten. Als potenzielle Austragungsorte im Landkreis Harburg waren das Reitsport-Turniergelände in Luhmühlen, das der AZL GmbH gehört, und der Schießstand der Kreis-Jägerschaft in Garlstorf im Gespräch gewesen.
"Die jüngsten Terroranschläge in Paris, der Skandal um den Deutschen Fußball-Bund und das schlechte Image des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) waren wohl Gründe für den Ausgang des Referendums. Vor allem aber hat Hamburg nicht hinbekommen, gemeinsam mit der Bundesregierung die Finanzierung der Spiele zu sichern", so Wörner. Aber auch ohne Olympia werde Luhmühlen weiterhin mit deutschen und internationalen Meisterschaften sowie "weiteren Highlights" Besucher und Sportler anlocken.
Deutlichere Worte findet Matthias Carstens, Geschäftsführer der gemeinnützigen Schießstand Garlstorf GmbH. "Ich bin enttäuscht und kann das Votum nicht nachvollziehen", macht er seinem Ärger Luft. "Die Hamburger wollen immer Weltstadt sein, prangern oft sportliche Misstände an. Nun hätten sie aller Welt zeigen können, wie man es besser macht, und wollen nicht. Das grenzt für mich an Selbstverleugnung." Olympia hätte eine "Stärkung für den Schießsport im ganzen Norden" bedeutet.
Enttäuscht zeigt sich auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg vom "Nein" der Hamburger zu Olympia. "Hier wurde eine einmalige Chance verspielt - für unseren IHK-Bezirk und ganz Norddeutschland", so Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. "Von dem Großereignis hätte auch die regionale Wirtschaft enorm profitiert."Zeinerts Amtskollegin Maike Bielfeldt von der IHK Stade zeigt sich "sehr betrübt über die Negativentscheidung aus Hamburg zu Olympia". "Olympia in Norddeutschland versprach das Konjunkturprogramm zu sein, das unsere Region dringend benötigt."
Für WOCHENBLATT-Leser Hans-Werner Peters aus Buchholz geht die Abfuhr in Ordnung: "Die Hamburger haben der Korruption und dem IOC eine Absage erteilt. Weiterhin haben sie verhindert, dass mal wieder einige wenige sich eine goldene Nase an den nicht unerheblichen Investitionen verdient hätten, und dies auf Kosten des Steuerzahlers."