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"Gesundheitliche Gefahren drohen": Bürgerinitiativen protestieren weiter gegen geplantes Fracking in Heide-Region

Warnten vor den Auswirkungen von Fracking (v. li.): Detlev Günther, Kathrin Otte und Wolfgang Nicolai (Foto: Unabhängige Bürgerinitiative Salzhausen)
ce. Eyendorf. "Stop Fracking!" lautete das Motto, unter dem die "Unabhängige Bürgerinitiative Salzhausen" (UBI) und die Bürgerinitiative "Heide intakt" jetzt in Eyendorf zahlreiche Interessierte über das lebensfeindliche Erdgas-Förderverfahren informierten. Dieses soll im sogenannten Erkundungsfeld Oldendorf angewandt werden, das zwischen Hamburg und Bispingen liegt und auch Teile des Landkreises Harburg umfasst.
Ein von der Industrie ausgesprochenes Moratorium läuft laut den BIs Ende dieses Jahres aus. Dann könnten Öl- und Gaserkundungsfirmen mit allen Techniken nach Bodenschätzen forschen und diese fördern. "Es drohen durch Kontaminierung der Luft und des Bodens gesundheitliche Gefahren für den Menschen. So könnten bei den Förderungen Quecksilber oder hochgiftige Benzole entweichen, die als krebserregend gelten", erklärte Wolfgang Nicolai von der UBI. Da die gesamte Heide als Trinkwasserreservoir gelte, würde mit den Bohrungen durch die Wasserschichten das Trinkwasser verunreinigt. Auch Wasser, das Landwirte zum Beregnen benötigen, könnte betroffen sein. „Man stelle sich vor, was passiert, wenn die Obst- und Gemüsebauern ihre wertvollen Lebensmittel nicht mehr verkaufen können, weil diese mit Quecksilber, Benzol oder anderen gefährlichen Stoffen belastet sind", so Nicolai.
Die Initiativen fordern daher ein generelles Verbot weiterer Förderungen von Gas und Öl in Regionen, die Grundwasser führen. Ein vom Gesetzgeber angedachter Ausschluss nur für Wasserschutzgebiete sei völlig unzureichend.
"Es wird über Regelungen diskutiert, wie Fracking ermöglicht werden kann, aber nicht darüber, Gesundheit und Trinkwasser hundertprozentig zu schützen", gab UBI-Mitglied Kathrin Otte zu bedenken. So habe in Rotenburg/Wümme die hohe Zahl an Krebserkranken als mögliche Auswirkung der nahen Förderstellen für Aufsehen gesorgt.
Otte wies darauf hin, dass das Unternehmen Kimmeridge, eine Tochter des amerikanischen Hedgefonds Alliance Bernstein, derzeit 700 Bohrungen auswerte, die in den vergangenen 80 Jahren im Raum Amelinghausen und Salzhausen
vorgenommen worden seien. Die Daten seien Kimmeridge vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zur Verfügung gestellt worden. Nach
der Auswertung werde das Unternehmen im Sommer mit eigenen
Bodenuntersuchungen beginnen. Es werde die betroffenen Bauern in Kürze schriftlich um Erlaubnis bitten müssen, deren Land betreten zu dürfen. „Dann beginnt die heiße Phase“, warnte Detlev Günther von "Heide intakt". Sollte mit dem Fracking begonnen werden, sei außerdem mit einem Verfall der Grundstückspreise in dieser Region zu rechnen.
- Zu ihren nächsten Treffen laden die Bürgerinitiativen alle Interessierten am Mittwoch, 10. und 24. Juni, jeweils um 19.30 Uhr im "Amelinghaus" in Amelinghausen (Gärtnerweg 3) ein.