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Grobe Fehler bei Grundwassermessungen

ce. Vierhöfen. Der geplante Kiesabbau in Vierhöfen erregt weiter die Gemüter der Ortseinwohner und der Bürgerinitiative Vierhöfen (BIVI). Die mehr als 200 Einwände von Vierhöfenern, die Stellungnahmen der BIVI, der Gemeinde und Umweltschutzverbände gegen den gigantischen Sandabbau liegen seit einiger Zeit dem Landkreis Harburg als Genehmigungsbehörde vor. Sie werden laut einer Pressemitteilung der BIVI derzeit geprüft und sollen mit den Beteiligten anschließend erörtert werden. Der Erörterungstermin steht noch nicht fest, soll aber noch vor der Sommerpause stattfinden. Danach will der Kreis eine Entscheidung treffen.
Der Landkreis will in den nächsten drei Jahren ein Grundwassermonitoring durchführen, um die Grundwasserstände im Kiesabbaugebiet umfassend und systematisch festzustellen. Man hofft, so die Ursachen für die zahlreichen Wassereinbrüche in vielen Kellern Vierhöfener Häuser zu finden. Die Grundwassermessungen hat die BIVI schon vor sechs Jahren gefordert, als die Lüneburger Firma Manzke den Abbauantrag stellte. "Bisher hat sich der Landkreis mit sporadischen und rudimentären Grundwasserstandsmessungen des Antragstellers zufrieden gegeben", so die BIVI. Sie begrüßt daher das Monitoring, denn nur über systematische und langfristige Messungen der Grundwasserbewegungen könnten die für eine Genehmigung unabdingbaren Entscheidungsfakten geschaffen werden.
Bei der weiteren Prüfung des Gutachtens der Firma Manzke hat die BIVI zahlreiche Widersprüche und Ungereimtheiten festgestellt. So hätten die vom Antragsteller ausgewählten „Stichtage“ für Messungen im Hochsommer gelegen – dann, wenn die Grundwasserstände am niedrigsten waren. Für den Zeitraum von 2005 bis 2010 gebe es überhaupt keine laufenden monatlichen Messungen.
Als "skandalös" bezeichnet die BIVI die Ereignisse um die Messstelle am Friedhof, die eine Schlüsselfunktion für die Grundwasserabsenkungen in diesem Bereich bis hin zu den Altteichen hat. Die BIVI hatte schon lange festgestellt, dass der Grundwasserstand hier so tief gesunken war, dass in der Messstelle bis heute nur noch trockener Erdgrund zu finden ist. Gleichwohl habe der Manzke-Gutachter 2010 und 2011 variierende Grundwasserstände angegeben, die gar nicht vorhanden sein konnten. Hier wurden dem Landkreis falsche Messdaten vorgelegt.
Angesichts dieser Vorkommnisse sei es - so die BIVI - nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet die Mess- und Prüfaufgaben in der Vergangenheit dem Gutachter des Kiesabbauers übertragen wurden – der Firma, deren Planungsarbeit von der Gemeinde und den Bürgern infrage gestellt wird. "Hier wurden nur die Interessen des Kiesabbauers vertreten", kritisiert BIVI-Sprecher Eberhard Leopold.
Die BIVI hat kürzlich beim Landkreis beantragt, das derzeit laufende Planfeststellungsverfahren zur Abbau-Genehmigung für die kommenden drei Jahre ruhen zu lassen, damit gesicherte Daten für eine Entscheidungsgrundlage gesammelt werden könnten. Dies wurde jedoch abgelehnt.