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"Klinik wird schon totgeredet!": TV-Beitrag über Salzhäuser Krankenhaus sorgt für Wirbel

ce. Salzhausen. "Es steht nicht gut um unser Krankenhaus. Aber hier wird es schon totgeredet!", ärgern sich derzeit viele Salzhäuser. Was sie so ärgert, ist ein kürzlich im Magazin "Panorama 3" des Norddeutschen Fernsehens ausgestrahlter Beitrag mit dem Titel "Überflüssig: Zu viele Krankenhäuser im Norden". In dem Film über Kliniken in den roten Zahlen kommt die insolvente Salzhäuser Einrichtung tatsächlich ziemlich schlecht weg.
Zu sehen sind verwaiste Flure und einige leere Patientenbetten. Ein Patient wird gezeigt. "Bewusst gewählt hat er das Krankenhaus nicht - er wurde hierhin überwiesen", kommentiert dazu der Sprecher des Beitrags. Er verweist darauf, dass dem Kranken auch in den nur 20 Minuten entfernten Kliniken in Lüneburg und Winsen geholfen werden könnte. "Auf Salzhausen könnte man eigentlich verzichten", so das Fazit. Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause hebt die "starke emotionale Funktion" hervor, die das 1897 gebaute Krankenhaus für die Bevölkerung erfülle. Ute Golbach, die den Krankenhaus-Insolvenzverwalter unterstützt und dem Klinik-Vorstand angehört, bedauert, dass der vom aufwendig erneuerten Operationstrakt erhoffte Patientenzustrom bislang ausgeblieben ist. Das letzte Wort hat bezeichnenderweise Gesundheitsökonom Boris Augurzky vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung. Er empfiehlt, nicht an defizitären Kliniken festzuhalten: "Gewinnen tun die Beitragszahler in ganz Deutschland. Denn sie sparen dann ein Krankenhaus, das nicht weiter finanziert werden muss."
Ute Golbach ärgert sich über die Darstellung des Krankenhauses. "Aus anderthalb Stunden Film- und Tonmaterial wurde dieser negative Beitrag zusammengeschnitten", macht sie ihrem Unmut Luft. Von einem leeren Haus könne keine Rede sein. Bis zu 40 Patienten seien derzeit insbesondere in der Inneren Abteilung und der Urologie des 56-Betten-Hauses untergebracht.
"Der Film hat nur das Ziel gehabt, darzustellen, dass ein Krankenhaus in dieser Größenordnung absolut überflüssig ist", empört sich Wolfgang Krause. Derzeit würden Verhandlungen über die Zukunft des Hauses geführt. Krause: "Wichtig ist es, mit der Infrastruktur des Krankenhauses Salzhausen das Gesundheitswesen im Landkreis Harburg zu stärken und gegebenenfalls auch die Kliniken in Winsen und Buchholz zu unterstützen".