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Krankenhaus Salzhausen: Rechneten Ärzte in 64 Fällen zu hoch ab?

Im Visier der Staatsanwaltschaft: das Krankenhaus an der Bahnhofstraße in Salzhausen
ce. Salzhausen. In 64 Fällen sollen Ärzte einer Gemeinschaftspraxis aus dem Landkreis Harburg, die Belegbetten im Krankenhaus Salzhausen haben, im Zeitraum zwischen 2009 und 2012 medizinisch nicht erforderliche Leistungen bei der Krankenkasse abgerechnet haben, indem sie stationäre Behandlungen statt einer ausreichenden ambulanten Versorgung vornahmen. Die betroffene AOK Niedersachsen erstattete daraufhin Anzeige, weil sie einen Abrechnungsbetrug vermutete. Diesen Ermittlungsstand bestätigte jetzt Angelika Klee, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lüneburg, gegenüber dem WOCHENBLATT. Die Staatsanwaltschaft hatte am vergangenen Donnerstag das Krankenhaus von der Polizei nach Patientenakten aus dem genannten Zeitraum durchsuchen lassen (das WOCHENBLATT berichtete). Gegen die Klinik wird ermittelt, weil die Patienten nach den zum Teil urologischen Eingriffen die Belegbetten in Anspruch nahmen, was vom Krankenhaus separat mit der AOK abgerechnet wurde. "Die Höhe des entstandenen Schadens ist noch nicht bekannt", so Angelika Klee. Der seinerzeitige Vorstand des Krankenpflegevereins als Träger des Hauses wird in diesem Zusammenhang ebenfalls des Betruges beschuldigt. Er sei sich aber "eines strafrechtlichen Fehlverhaltens nicht bewusst", erklärte die seit April amtierende Krankenhaus-Geschäftsführerin Ute Golbach.
"Ich unterstützte den Krankenhausvorstand und finde es gut, dass er mit den Ermittlungsbehörden kooperiert", sagte Salzhausens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause. Er sei "erleichtert, dass die Ermittlungen nichts mit dem laufenden Insolvenz-Planverfahren zu tun haben".