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Massiver Gegenwind gegen Bürgerwindpark in Toppenstedt

"Wir wollen hier keine Windräder": Helmut Busch von der Toppenstedter Bürgerinitiative zeigt auf das für die "Spargel" anvisierte Gebiet
ce. Toppenstedt. Massiver "Toppenstedter Gegenwind" von der gleichnamigen Bürgerinitiative (BI) weht dem am Ortsrand geplanten Bürgerwindpark-Projekt "Ohewind" entgegen. Dort wollen Grundeigentümer rund 25 Millionen Euro investieren, um auf einem rund 100 Hektar großen Acker-Areal voraussichtlich fünf Windenergie-Anlagen errichten. Die jeweils bis zu 3 Megawatt starken "Spargel" (Nabenhöhe 135 Meter bei 195 Metern Gesamtlänge) sollen bis zu 6.000 Megawatt-Stunden pro Jahr produzieren (das WOCHENBLATT berichtete). Die BI wehrt sich gegen den "Spargel"-Bau und die dafür erforderliche Entlassung von Windpotentialflächen aus dem Landschaftsschutzgebiet "Garlstorfer Wald".
Die BI verweist auf die Verordnung des Landkreises Harburg über das betroffene Landschaftsschutz-Terrain und auf das Niedersächsische Naturschutzgesetz. Demnach sind "alle Handlungen untersagt (...), die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen". Die BI erinnert zudem daran, dass bereits im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) 2007 die Potentialflächen als "überwiegend durch eine hohe Erholungseignung gekennzeichnet" waren. "An dem Landschaftsbild hat sich nichts geändert", betont BI-Mitglied Helmut Busch (53).
Bei einer Entlassung des "Garlstorfer Waldes" aus dem Landschaftsschutz müssten so die BI - konsequenterweise auch weit größere Flächen im Umkreis von bis zu 20 Kilometern herausgenommen werden, da der Windpark in diesem Radius die Landschaft und ihre Erholungsmöglichkeiten beeinträchtigen würde. Betroffen wären dann neben der Gemeinde Toppenstedt auch die angrenzenden Kommunen Garstedt, Garlstorf, Gödenstorf, Oelstorf, Salzhausen und womöglich Eyendorf.
"Es haben sich bereits rund 450 Toppenstedter Bürger - und damit über 40 Prozent der Wahlberechtigten - gegen die Windräder ausgesprochen", so Helmut Busch. "Und wir erwarten noch weit mehr Zuspruch aus der Bevölkerung, da wir noch nicht alle Haushalte ansprechen konnten."
Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, hat die BI jetzt auch Landtagsabgeordnete, die Untere Naturschutzbehörde und Kommunalpolitiker aus der Samtgemeinde Salzhausen angeschrieben. In Kürze soll der Windpark auch im Bau- und Planungsausschuss des Landkreises Thema werden. Helmut Busch: "Wir bleiben in jedem Fall am Ball!"