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"Niemand wird geschont": Marie-Madeleine Krause und Willi Schlüter beeindruckten mit Lesung aus "Tagebuch der Anne Frank"

Dem Nazi-Greueltaten ein Gesicht gegeben: Marie-Madeleine Krause und Willi Schlüter bei ihrer Lesung vor einer Leinwand, auf der Judensterne prangen und Gefangene im Konzentrationslager zu sehen sind
ce. Salzhausen. "Ich will fortleben, auch nach meinem Tod!“ Das schrieb die Jüdin Anne Frank, die im März 1945 mit nur 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen starb, einige Monate zuvor in ihr Tagebuch. Auszüge aus dem Buch, das im Versteck der Familie Frank vor den Nazis in Holland entstand und heute Weltdokumentenerbe ist, präsentierten die Schauspieler Marie-Madeleine Krause und Willi Schlüter vom Hannoveraner Theater in der List jetzt beim Gastspiel in Salzhausen. Krause, die aus Toppenstedt stammt, und Schlüter boten mit ihrer multimedialen Lesung dem sichtlich bewegten Publikum eine packende Geschichtsstunde gegen das Vergessen.
Im Wechsel lesen die Schauspieler aus "Kitty", wie Anne Frank ihr Tagebuch nannte. Darin weicht das Lachen über fröhliche Schulstreiche bald dem Entsetzen über das Einfallen der Wehrmacht in Holland und schließlich der latenten Angst der Familie, in ihrem Versteck eines Amsterdamer Hinterhauses von den Nazis aufgespürt zu werden. Marie-Madeleine Krause lässt mit ihrem herausragenden, facettenreichen Talent Anne Frank und ihre Gefühle lebendig werden - den Generationenkonflikt mit der Mutter, Freundschaften und erstes Verliebtsein, Lebensgier ("Ich bekomme so eine heftige Sehnsucht, Spaß zu haben, bis ich Bauchweh habe") und die Todesangst vor der Nazis.
Begleitet wird die Lesung von Bildern und Filmausschnitten, die insbesondere Willi Schlüter aus Archiven gesammelt und zusammengestellt hat. Sie zeigen Familie Frank, Nazi-Aufmärsche und die Deportation von Juden in Konzentrationslager. "Niemand wird geschont. Alte, Babys, Schwangere, Kranke, Frauen - alle gehen mit in den Zug des Todes, weil sie Juden sind", kommentiert Marie-Madeleine Krause als Anne Frank das Gezeigte. Auch das Publikum wird nicht "geschont". Die Filmaufnahmen der mit donnerndem Lärm nahenden Todeswaggons lassen die Zuschauer glauben, die Züge rasen mitten durch ihre Reihen. Nicht nur hier rüttelt die Lesung auf und steht angesichts der aktuellen Neonazi-Greueltaten auch als eindringliches Mahnmal vor dem Betrachter.
- Die multimediale Lesung kann von Schulen und Jugendgruppen gebucht werden. Infos unter www.theaterinderlist.de.