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Rekordverdächtiger Abgang

Abschied vom Dienst (v. li.): Polizeihauptkommissar Christian Müller und sein scheidender Mitarbeiter Horst Richter
ce. Salzhausen. Er ist seit 41 Jahren Polizist in Salzhausen und damit der dienstälteste Gesetzeshüter in Salzhausen: Polizeioberkommissar Horst Richter (62), der am 31. März in den wohlverdienten Ruhestand ging.
Der in Etzen bei Amelinghausen geborene Horst Richter wäre als Jugendlicher am liebsten Seemann geworden. "Meine Eltern waren aber dagegen. Also machte ich meinen zweiten Berufswunsch Polizist wahr", blickt er heute zurück. Nach der Ausbildung in der Polizeischule Hannoversch-Münden, zwei Jahren bei der Landesbereitschaftspolizei in Braunschweig und einem halben Jahr bei der Autobahnpolizei Thieshope kam er am 1. April 1972 zum Polizeikommissariat Salzhausen.
Nie ganz losgelassen hat Horst Richter ein dramatischer Einsatz, der am 1. April 1977 geschah. Damals wurden er und ein Kollege nach Toppenstedt zu einem alten Bauernhaus gerufen, das vermutlich durch einen Kabelbrand in Flammen aufgegangen war. Ein junges Ehepaar starb in dem Feuer, seine beiden kleinen Kinder konnten gerettet werden. "Ein solch schreckliches Ereignis vergisst man nicht", sagt Richter. Seine Erinnerungen daran hat unter dem Titel "Leider kein Aprilscherz..." er auf der Internet-Plattform www.polizei-poeten.de dokumentiert, wo Ordnungshüter aus ganz Deutschland ihre Erfahrungen austauschen.
Der Schwerpunkt von Richters Tätigkeit war über viele Jahre die Ermittlung von Todesursachen bei Verstorbenen, wofür inzwischen die Tatortgruppe der Polizeiinspektion Harburg zuständig ist. Heute kümmert er sich hauptsächlich um Fälle von häuslicher Gewalt. "Die Abwechslung und der persönliche Kontakt mit den Menschen in der Region haben für mich den Reiz des Berufes ausgemacht", sagt er. "Auch intern lief es immer gut. Unter den Kollegen gab es nie Neid oder Missgunst."
"Er ist ein verlässlicher und fairer Beamter, der alle Menschen mit Respekt behandelt", lobt Salzhausens Polizeichef Christian Müller (48) seinen scheidenden Mitarbeiter.
Am 19. März hatte Horst Richter seinen letzten Arbeitstag in Salzhausen. Nach einem kleinen Urlaub engagiert sich der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder dann ab Mittel April als Naturwächter im Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide. Außerdem hält er den Garten seines Hauses in Amelinghausen in Schuss. Und er schaut im Fernsehen liebend gern Fußball - "am liebsten, wenn Borussia Dortmund spielt".