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"Solidarität nur bedingt erkennbar"

Spricht sich für eine Ortsumgehung Luhdorf-Pattensen aus: Landvolk-Vorsitzender Rudolf Meyer (Foto: Foto: archiv)
ce. Wulfsen. "Der Landvolk-Kreisverband Lüneburger Heide sollte als Solidargemeinschaft der Landwirte deren Interessen für Ackerbau, Tierhaltung und Forstwirtschaft vertreten. Solidarität ist hier derzeit aber nur bedingt erkennbar." Das sagt Landwirt und Landvolk-Mitglied Matthias Kruse (40) aus Wulfsen. Er ist - wie viele andere Bauern auch - verärgert darüber, dass sich bei der Diskussion um die umstrittene geplante Umgehung um die Winsener Ortsteile Luhdorf und Pattensen (das WOCHENBLATT berichtete) im Verbands-Vorstand die Geister scheiden.
In Schreiben an den Landkreis Harburg und die Stadt Winsen hatte Landvolk-Geschäftsführer Werner Maß die Ortsumgehung und jeglichen Bau weiterer großer Umgehungsstraßen "grundsätzlich abgelehnt", weil durch die zusätzlichen Straßen auch zur Nahrungsmittelgewinnung gedachte landwirtschaftliche Nutzflächen in erheblichem Maße verloren gehen würden.
"Nicht nachvollziehbar" ist es vor diesem Hintergrund für Matthias Kruse, dass Landvolk-Präsident Rudolf Meyer für die Umgehung plädiert. Als Beleg führt Kruse einen kürzlich in der Verbandszeitung erschienenen Bericht an, in dem sich Meyer "massiv für den Bau der Ortsumgehung" um seinen Heimatort Luhdorf einsetzt, da derzeit täglich 10.000 Fahrzeuge an seinem Haus vorbeikämen. "Das muss anders werden", wird er von dem Blatt zitiert.
Zur Untermauerung der Haltung Meyers verweist Matthias Kruse auch auf einen Leserbrief, den Meyer an eine Tageszeitung richtete. Darin schreibt er, aufgrund des zu erwartenden erhöhten Verkehrsaufkommens in Luhdorf und Pattensen hätten der Winsener Stadtrat und der Kreistag, dem der Christdemokrat Meyer angehört, "die Planung angeschoben". "Ich sehe dringenden Handlungsbedarf im Sinne einer Umfahrung der beiden Ortsteile", schreibt Meyer.
"Ist es nicht widersprüchlich, wenn man einerseits als Privatperson und Kommunalpolitiker für den Bau der Ortsumgehung ist, aber andererseits als Landvolkvorsitzender und höchster Vertreter dieser Interessengemeinschaft dagegen sein müsste?", fragt sich Matthias Kruse mit Blick auf Rudolf Meyer. Kruse: "Mir liegt viel an der Zukunft der Landwirtschaft und der Erhaltung des ländlichen Raumes! Diese Auffassung vertreten bestimmt auch viele meiner betroffenen Berufskollegen."