Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Sturm der Entrüstung gegen Schnellstrasse: Bürgerbündnis startet Protestkette

"Hier nicht!": Zahlreiche Einwohner von Vierhöfen demonstrierten gegen eine Schnelltrasse unmittelbar am Ortsrand (Foto: Bürgerbündnis Nordheide)
ce. Landkreis. „Das Sturmtief, das hier kürzlich über Vierhöfen fegte, steht symbolisch für das, was die Deutsche Bahn erwartet, sollte sie die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke von Ashausen nach Suderburg bauen.“ Das sagte Vierhöfens Bürgermeister Helmut Gehrke jetzt anlässlich bei der Aufstellung von Protest-Großplakaten an den Ortseingängen der Gemeinde.
Das Bürgerbündnis Nordheide, dem die Bürgerinitiative Vierhöfen (BIVI) und 14 andere aus den Kreisen Harburg und Lüneburg angehören, hat zur Bildung einer Protestkette gegen die geplante Trasse quer durch die Region aufgerufen. Mit dem plakativen Durchfahrtsverbot „Hier nicht! Keine Trasse durch die Nordheide“ und Holzkreuzen, die eine gesperrte Schiene symbolisieren, demonstrierten zahlreiche Vierhöfener den Schulterschluss mit ihren Nachbardörfern. Die Plakate werden demnächst auch im Bereich Salzhausen, Scharmbeck und Ashausen angebracht.
„Vierhöfen würde durch die nur wenige 100 Meter vom Ortsrand geplante Trasse besonders hart betroffen sein“, so Bürgermeister Gehrke und der Bürgerbündnis-Vorsitzende Eberhard Leopold. Die Bahn sei ein schwerer Gegner, aber nicht unschlagbar. Dies hätten die Bürgerproteste gegen die ursprünglich geplante Y-Trasse in Rotenburg und Walsrode gezeigt.
Bereits Ende des Jahres soll laut Leopold die Entscheidung fallen, ob die Schnellroute gebaut werden soll. Alternativen wären die „klassische“ Y-Trasse oder eine neue Güterverkehrsstrecke von Celle über Soltau nach Maschen. Rund 80 Vertreter von Bahn, Ländern, Kommunen, Wirtschaft, Verbänden und betroffenen BIs sollen bis Ende 2015 eine Vorzugstrasse entwickeln. Der Vorschlag soll in die Entscheidung des Bundesverkehrsministers einfließen.
Die BIs - so Leopold - würden jetzt versuchen, ihre Kräfte zu bündeln und für die gesamte Region einen gemeinsamen Widerstand zu organisieren. Die Initiativen fordern die Offenlegung der internen Verkehrsprognosen und -berechnungen zum Bedarf einer Neubaustrecke. Dabei gelte die Prämisse "Ausbau vor Neubau". „Daher erarbeitet das Bürgerbündnis Nordheide gemeinsam mit Sachverständigen aus den eigenen Reihen ein Alternativkonzept, das ohne Neubaustrecken auskommt,“ sagt Leopold. Ein Ziel des Konzeptes sei "der größtmögliche Lärmschutz – notfalls auch außerhalb der geltenden rechtlichen Normen“.
Die ursprünglich auf zehn Sitze begrenzte Teilnahme im Dialogverfahren wurde auf Druck der Initiativen durch Ministerbeschluss jetzt auf 15 erhöht. Außerdem fordert das Bürgerbündnis die Bereitstellung eines Etats für die Bezahlung von neutralen und fachlich hochqualifizierten Sachverständigen, damit die BIs mit der Bahn und dem Verkehrsminister "auf fachlich gleicher Augenhöhe" verhandeln können. Eberhard Leopold: "Auch hier zeigt die erste Antwort des Verkehrsministeriums in Hannover, dass man sich aufeinander zu bewegen will."
• Der NABU-Ortsverband Hanstedt-Salzhausen kritisiert im Vorweg des Dialogforums die zur Debatte stehenden Trassenvarianten, die auch die beiden Samtgemeinden betreffen. Der NABU lehnt sowohl die bekannten Alternativstrecken der Bahn zur Y-Trasse ab als auch die diskutierten Routen Buchholz-Brackel-Lüneburg und Winsen-Soltau aufgrund der "massiven Eingriffe in Natur und Landschaft". Statt eines Strecken-Neubaus verlangen die Naturschützer den "bedarfsgerechten Ausbau von Hauptstrecken der Bahn".