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Übernahme des insolventen Krankenhauses Salzhausen durch die Curagita Holding AG voraussichtlich erst im August - Offene Fragen und Knackpunkte müssen noch geklärt werden

Kommt noch nicht zur Ruhe: das Krankenhaus an der Bahnhofstraße in Salzhausen
ce. Salzhausen. Ist die vorgesehene Übernahme des insolventen Krankenhauses Salzhausen durch die Curagita Holdig AG eine Rechnung mit zu vielen Unbekannten? Nicht wie geplant in diesem Monat, sondern voraussichtlich erst im August werde sich entscheiden, ob der Heidelberger Radiologie-Dienstleister die finanziell angeschlagene Klinik übernehme, da "noch einige offene Fragen geklärt werden müssen", erklärte Dr. Rolf J. Lucas vom Curagita-Vorstand gegenüber dem WOCHENBLATT.
• Knackpunkt 1: Der Landkreis Harburg hat ein im Jahr 1908 festgeschriebenes Rückkaufrecht für das seinerzeit an den genossenschaftlichen Salzhäuser Krankenpflegeverein veräußerte Grundstück an der Bahnhofstraße, auf dem die Klinikbauten stehen. "Der Kreis möchte auf dieses Rückkaufrecht nicht gerne verzichten. Wir wollen deshalb Gespräche mit dem Kreis und der Gemeinde Salzhausen führen, inwieweit ein Verkauf der Fläche an die Curagita möglich wäre", so Rolf J. Lucas.
Der zweite Knackpunkt bei der Übernahme des insolventen Krankenhauses Salzhausen durch die Curagita Holding AG ist laut deren Vorstand Dr. Rolf J. Lucas die Tatsache, dass der genossenschaftlichliche Krankenpflegeverein, bislang Träger der Klinik, in eine GmbH umgewandelt werden müsste. Auf einer Vollversammlung müssen die Genossenschaftsmitglieder darüber abstimmen, ob sie das wollen. "Es könnte sein, dass der Vorstand die Versammlung innerhalb der nächsten sechs Wochen einberuft", so Lucas.
• Knackpunkt 3: Durch die Umwandlung der Genossenschaft in eine GmbH und die Übernahme der Klinik durch die Curagita soll kein Trägerwechsel stattfinden. "Ein solcher Wechsel würde nämlich wahrscheinlich bedeuten, dass das Krankenhaus Salzhausen aus dem Bettenbedarfsplan des Landes Niedersachsen rausfliegt", erklärt Lucas.
Der Curagita-Chef betont, dass sein Unternehmen nach wie vor an der Übernahme des Hauses interessiert sei und die rund 120 Arbeitsplätze erhalten wolle. Rolf J. Lucas: "Wir suchen derzeit weitere Mitarbeiter und Belegärzte, um die medizinische Versorgung vor Ort weiterhin zu gewährleisten und auszubauen."

- DAS SAGEN LANDKREIS UND KRANKENHAUS-VORSTAND.

(ce). "Der Landkreis Harburg besetzt das Rückkaufrecht von 1908, ein Antrag auf Löschung dieses Rechts seitens der Curagita liegt derzeit nicht vor", erklärte Kreis-Pressesprecher Johannes Freudewald auf WOCHENBLATT-Anfrage. "Sollte die Curagita einen entsprechenden Antrag stellen, um das Krankenhaus-Grundstück zu kaufen, sei man gesprächsbereit. Freudewald: "Der Landkreis kann von seinem Rückkaufrecht Gebrauch machen, wenn der genossenschaftliche Krankenpflegeverein aufgelöst oder die Klinik zweckentfremdet wird."
"Schon auf der Herbstversammlung hat der Krankenpflegeverein in einer Abstimmung deutlich signalisiert, dass es ihm nicht so sehr um den Erhalt der Genossenschaft, sondern des Krankenhauses Salzhausen geht. Von unserer Seite aus ist dagegen nichts einzuwenden", sagt Jürgen Meinberg vom Genossenschafts-Vorstand. "Wenn das Haus als GmbH fortbestehen kann, werden wir uns dem nicht entgegenstellen."