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Unruhe um letzte Ruhestätte

Will die Stiefmütterchen nicht wegnehmen: Gabriela Gaisser an der Grabstätte ihrer Mutter
ce. Eyendorf. "Ich wollte doch nur, dass es hier nicht so trostlos aussieht", sagt Gabriela Gaisser (67), als sie am Grab ihrer Mutter auf dem Friedhof in Eyendorf steht. Dort hat die Tochter Blumen gepflanzt. Die soll sie nun wieder beseitigen, weil sie bei der Grabpflege hinderlich sind. Das schrieb ihr die für die Grabpflege zuständige Samtgemeinde Salzhausen. "Diese Reaktion hat mich sehr traurig gemacht", ringt Gabriele Gaisser um Fassung.
Gabriela Gaissers Mutter Irmgard Winkel verstarb Ende 2012 mit 99 Jahren und wurde in einer Urne auf einer Rasen-Reihengrabstätte bestattet. Kürzlich pflanzte ihre Tochter um die Grabplatte herum zahlreiche farbenfrohe Stiefmütterchen. "Meine Mutter war als Krankenschwester 40 Jahre lang immer für andere Menschen da. Sie hat es verdient, es auch hier schön zu haben", so Gabriela Gaisser. Die Samtgemeinde Salzhausen sah die Sache nüchterner. Sie schrieb der Hinterbliebenen, dass Blumenpflanzungen hier nicht zulässig sind, da sie Pflegemaßnahmen mit das Rasenmähen unmöglich machten. Die Stiefmütterchen müssten daher bis zum 2. Mai entfernt werden. "Wer macht solche herzlosen Vorschriften?", fragt sich Gabriela Gaisser wütend.
"Wir haben zwar Verständnis dafür, dass Frau Gaisser verärgert ist, müssen aber auf der Einhaltung unserer Friedhofs- und Bestattungssatzung bestehen, um die Grabpflege wahrnehmen zu können", sagt Salzhausens Ordnungsamtsleiter Hermann Pott gegenüber dem WOCHENBLATT. Grabschmuck für Verstorbene, in Rasen-Reihengräbern ihre letzte Ruhe finden, dürfe nur an dafür vorgesehenen zentralen Stellen wie Gedenksteinen niedergelegt werden. "Wenn im Winter, wo kein Rasen gemäht wird, Blumensträuße auf den Grabplatten liegen, drücken wir mal ein Auge zu", räumt Pott ein.
Gabriela Gaisser ist nicht gewillt, ihrer Mutter die Stiefmütterchen wieder "wegzunehmen". Hermann Pott: "Dann müssen wir auf Kosten von Frau Gaisser die Blumen entfernen."