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"Wir wollen besser informiert werden"

"Hoffen auf eine für alle zufriedenstellende Lösung": Lohfeld-Anwohner Hans-Hubert Schwedler

Potenzielle Standorte für Flüchtlingsunterkünfte in Vierhöfen sorgen für Irritationen

ce. Vierhöfen. "Ich bin nicht gegen Flüchtlinge, man muss sie im Dorf aufnehmen. Aber wir wollen doch gerne rechtzeitig informiert werden, wenn in unserer direkten Nachbarschaft eine Unterkunft errichtet werden soll." Das sagt Hans-Hubert Schwedler (69), der in Vierhöfen in der Straße "Lohfeld" wohnt. Einen Steinwurf von seinem Haus hat der Landkreis Harburg den Bau einer Wohncontaineranlage für 45 Asylbewerber ins Auge gefasst. "Wie ist man überhaupt auf diesen Standort gekommen", fragt sich Schwedler. "Vom Gemeinderat wurde er nicht beschlossen."
"Im Dorf ist seit längerer Zeit bekannt, dass die Gemeinde vier Flächen besitzt, auf denen eine Unterkunft für Flüchtlinge gebaut werden kann. Die Flächen befinden sich am Lohfeld, am Kindergarten hinter der alten Schule, am Dorfgemeinschaftshaus und an der Verbindungsstraße nach Garstedt", erklärt Bürgermeister Helmut Gehrke auf WOCHENBLATT-Anfrage. Bei Gesprächen mit Anwohnern und weiteren Bürgern habe sich die "überwiegende Mehrheit" für ein Flüchtlingsquartier am Lohfeld ausgesprochen. "Dieses Ergebnis habe ich an die Samtgemeinde Salzhausen weitergegeben, die darüber den Landkreis informiert hat", so Gehrke weiter.
Auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates stand das Thema Unterkunfts-Standorte zur Debatte, wurde aber schließlich vertagt, weil sich die Kommunalpolitiker vor einer Entscheidungsfindung weiter beraten müssen. "Der Landkreis hat uns aufgefordert, einen Pachtvertrag für die Lohfeld-Fläche für etwa fünf Jahre abzuschließen. Beschlossen und von der Gemeinde unterzeichnet ist aber noch nichts", betont Helmut Gehrke. Als etwas voreilig sah er es deshalb auch an, dass der Kreis am Lohfeld bereits Holzpflöcke ins Feld gerammt hat, um den Unterkunfts-Grundriss abzustecken. Zumal es inzwischen eine fünfte Potenzialfläche gebe: "Ein Privatbürger hat ein Grundstück an der Straße 'Hinterm Bach' angeboten", verrät Gehrke.
Aufgrund des Beratungsbedarfs findet die für kommende Woche anberaumte Ratssitzung nicht statt, Der neue Termin ist noch offen.
Die SPD Vierhöfen arbeitet derweil an einem Kriterienkatalog, um zu ermitteln, von welchem der möglichen Wohnanlagen-Standorte die Bürger am wenigsten betroffen sind. "Bei den Alternativen fehlt aus unserer Sicht die Null-Variante, weil unser Dorf noch nicht einmal ansatzweise eine Struktur für die Integration der Flüchtlinge hat", erklärt SPD-Sprecher Eberhard Leopold.
"Ob die Flüchtlinge im Lohfeld oder anderswo unterkommen - ich hoffe, es wird am Ende eine Lösung gefunden, mit der alle Bürger in Vierhöfen leben können", sagt Hans-Hubert Schwedler.