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"Wollen keine Ortsumgehung vor unserer Haustür!"

Sind gegen die Umgehung: Wulfsens Bürgermeister Gerd Müller (Mi.) und seine Stellvertreter Matthias Kruse (li.) und Christoph Schmiedebach

Gemeinde Wulfen protestiert gegen Winsener Trassen-Planungen

ce. Wulfsen. "Die Gemeinde Wulfsen und auch die Samtgemeinde Salzhausen lehnen diese Ortsumgehung ab. Die Stadt Winsen soll auf ihrem Gebiet bauen, aber nicht vor unserer Haustür!" Mit dieser Aussage machen Wulfsens Bürgermeister Gerd Müller (63) sowie seine Stellvertreter Christoph Schmiedebach (63) und Matthias Kruse (43) erneut ihrem Unmut Luft über die umstrittene geplante Ortsumfahrung um Luhdorf und Pattensen (das WOCHENBLATT berichtete), die durch Wulfsener Gebiet führen würde und mit der sich der Winsener Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag, 10. Dezember, beschäftigt.
Die Wulfsener Verwaltungsmitglieder stellen die Sinnhaftigkeit der kürzlich erfolgten Bürgerbefragung der Stadt Winsen in Frage. Dabei sprach sich eine knappe Mehrheit der betroffenen Ortseinwohner für eine Südumgehung aus. "Die Menschen wurden bereits mit der Fragestellung bei ihrer Antwort beeinflusst. Die Abstimmung hat allein auf die Südvariante abgehoben und alle anderen Möglichkeiten außer Acht gelassen, obwohl das Raumordnungsverfahren noch gar nicht abgeschlossen ist", gibt Christoph Schmiedebach zu bedenken.
"Eine Ortsumgehung hätte ledigliche eine leichte Verschiebung der Verkehrsbelastung zur Folge, würde sie aber nicht beenden. Die Blumenstraße in Pattensen wäre wie jetzt auch weiterhin stark belastet", erklärt Wulfsens Gemeindeoberhaupt Gerd Müller. "Sowohl im Raum Pattensen als auch in der Wulfsener Region würde eine Umgehung die Zerstörung von Natur und Naherholungsgebieten bedeuten."
Als Alternative zur Errichtung einer Umgehungstrasse schlägt Christoph Schmiedebach "punktuelle Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung" in Pattensen vor. "Die Gehwege könnten verbreitert werden. Zudem wäre eine Straßenausweitung im Kurvenbereich möglich, damit Lkw bei Engpässen nicht auf den Bürgersteig ausweichen müssen", so Schmiedebach. Auch um die "Zerschneidung" von Ackerflächen zu verhindern, könnte sich der als Landwirt arbeitende Matthias Kruse den Bau einer Bogentrasse um Luhdorf und einen Kreisverkehr am Bahlburger Kreuz vorstellen. "Für eine Ortsumgehung um Luhdorf und Pattensen müssten rund 150 Hektar Boden versiegelt werden. Das entspricht in etwa der Größe eines ganzen landwirtschaftlichen Betriebes", sieht Kruse eine Gefahr für Bauern in der Region.
Zur Unterstützung bei ihrem Protest gegen die Umgehungstrassen-Pläne hat sich die Gemeinde Wulfsen juristischen Beistand geholt.