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"Windkraft nicht um jeden Preis"

Referierten über Windkraft (v. li.): Dirk Rahe, Rafael Wehrspann, Jürgen Beyer, Andreas Hastedt und Christa Beyer
ce. Salzhausen. "Wir wollen Windkraftanlagen und andere alternative Energien - aber nicht um jeden Preis, sondern in einem für Mensch und Umwelt verträglichen Maß!" Darin waren sich alle Beteiligten einig bei einem Diskussionsabend, zu dem jetzt die SPD Salzhausen eingeladen hatte. Anlass war die angedachte Ausweisung neuer Windkraft-Vorrangflächen in den Landkreisen Harburg und Lüneburg und damit auch rund um Salzhausen im Rahmen des Regionalen Raumordnungsprogramms.
Die Bürgerinitiative (BI) Windkraft Raven machte auf der Veranstaltung erneut ihrem Unmut Luft über die Pläne, voraussichtlich fünf Windkraftanlagen mit einer Höhe von bis zu 200 Metern zwischen Raven, Putensen, Eyendorf und Oldendorf aufzustellen (das WOCHENBLATT berichtete). "Die Region Raven ist eine alte Moränenlandschaft, die schon 80 Meter über Normalnull liegt. Die Windräder, die dort gebaut werden, sind weiter zu sehen als der Hamburger Fernsehturm und zerstören das Landschaftsbild", mahnte BI-Sprecher Dirk Rahe. Knapp 2.000 Bürger hätten sich in Unterschriftenlisten bereits gegen das Vorhaben ausgesprochen. Rahe appellierte an die politisch Verantwortliche, mehr soziale Verantwortung zu zeigen und die Menschen vor gesundheitlichen Schäden durch Windräder "quasi in ihrem Garten" zu schützen.
Als "Rückgrat der alternativen Energieerzeugung in Deutschland" unterstrich Andreas Hastedt die Bedeutung der Windkraft. Hastedt arbeitet als Wirtschaftsingenieur für erneuerbare Energien beim Maschinenring Harburg. Er betonte, an Standorten für mögliche Windkraftanlagen lebende Menschen müssten unbedingt in entsprechende Planungen einbezogen werden - auch wenn es darum gehe, sich mit Flächen oder finanziell an den Vorhaben zu beteiligen. Die Energieerzeugung müsse mit Blick auf Wertschöpfung, Gewinne und Steuereinnahmen "in der Region, mit der Region und für die Region" geschehen.
Umweltwissenschaftler Rafael Wehrspann von der Leuphana Universität Lüneburg nannte neben den Steuereinnahmen die "Sicherung von Energieversorgung und Arbeitsplätzen und die Steigerung der Lebensqualität" als weitere Vorteile für die Kommunen.
Kreistagsmitglied Christa Beyer kündigte an, das Gremium werde im Juni die kürzlich im Planungsausschuss des Kreises beratenen Kriterien zur Aufstellung von Windkraftanlagen in der Region beschließen. Nach jetzigem Stand würden womöglich Vorrangflächen im Bereich Heidenau, aber womöglich auch in der Samtgemeinde Salzhausen ausgewiesen.
Der Salzhäuser Samtgemeinderatsherr Jürgen Beyer verwies auf einen Ratsbeschluss zum Flächennutzungsplan, wonach der Bereich Putensen aufgrund seiner landschaftlichen Struktur für Windkraftanlagen tabu ist. Sollte der F-Plan durch die aktuellen Windrad-Vorhaben des gleich hinter Putensen beginnenden Kreises Lüneburg empfindlich berührt werden, könne die Samtgemeinde dagegen klagen. Die Samtgemeinde Amelinghausen, zu der Raven gehöre, habe ebenfalls die Möglichkeit, durch einen entsprechenden F-Plan dieses Dorf vor "Riesen-Windrädern" zu schützen.