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Vier Sterne werden in Luhmühlen leuchten

Das Internationale Vielseitigkeitsturnier lockt seit Jahren tausende Pferdefreunde nach Luhmühlen
 
Mannschafts-Olympiasiegerin Ingrid Klimke startet in Luhmühlen (Foto: ix)

REITSPORT: Turniergesellschaft Luhmühlen richtet den Blick für das Vielseitigkeitsturnier nach vorn – der Sicherheitsaspekt nimmt an der Westergellerser Heide eine zentrale Rolle ein

(cc). Auch in 2015 wird die Elite des Vielseitigkeitssports in die grüne Idylle der Westergellerser Heide nach Luhmühlen gelockt. Vom 18. bis 21. Juni stehen im weltberühmten Heidedorf das internationale Vier-Sterne-Turnier und die deutschen Meisterschaften auf dem Plan.
Ein intensives halbes Jahr liegt hinter Julia Otto und ihrem Team von der Turniergesellschaft Luhmühlen, die sich in diesem Zeitraum mit Sponsoren, Reitern und Funktionären auf die zukünftigen Aufgaben im Sportjahr 2015 vorbereitet haben. „Aus meiner Sicht ist es notwendig, Vergangenes zu hinterfragen und zu versuchen, die Sicherheit und die Kommunikation im Sport weiter zu verbessern“, betont die Geschäftsführerin der Turniergesellschaft. Klar, dass der Sicherheitsaspekt im Vielseitigkeitssport eine zentrale Rolle einnehmen muss. An dieser Stelle müssen wir aber Rückblick auf 2014 nehmen. Im Vorjahr waren es der 25-jährige Benjamin Winter aus Warendorf und sein Pferd Ispo, die im Gelände am Hindernis 20 gestürzt sind. Ein Sturz, den der Reiter mit schweren Kopfverletzungen nicht überleben konnte. In 2014 hatte Luhmühlens Course-Designer Captain Mark Phillips vor dem Turnier von einem entschärften Geländekurs gesprochen.
„Die Geschehnisse der letzten Monate mit dem tödlich verunglückten Reiter haben zu einer noch intensiveren Auseinandersetzung mit der Sicherheitsthematik geführt“, berichtet Julia Otto. Dem fügt sie hinzu: „Captain Mark Phillips schätzt deformierbare und flexible Elemente, sieht jedoch auch Grenzen für deren Einsatz.“ Dazu der Parcours-Chef: "Ich benutze sowohl die Frangible Pin als auch die MIM Systeme in Europa und Nordamerika. Beide sind in bestimmten Situationen nützliche Vorrichtungen. Wir arbeiten außerdem an der Entwicklung eines zerbrechlichen Systems mit bestimmten Arten von Hecken – obwohl Hecken an sich schon fehlerverzeihende Sprünge sind. Es ist leider nicht möglich, den Reitsport hundertprozentig sicher zu machen. Die Verwendung dieser Systeme kann einen Beitrag dazu leisten, dass der Sport sicherer wird. Der größte Sicherheitsaspekt ist jedoch meines Erachtens der Respekt, den die Reiter den Hindernissen entgegenbringen.“
Während Ingrid Klimke, Mannschafts-Olympiasiegerin von Hongkong und London, dazu nur anmerkt, dass „Fachleute in Sachen Sicherheitstests dies besser beurteilen könnten als sie“, bezieht Sandra Auffarth, ebenfalls Mannschafts-Goldmedaillengewinnerin in London und Doppelweltmeisterin, deutlich Stellung dazu: "Die neuen Sicherheitssysteme sind in aller Munde. Ich denke, es macht Sinn, hier weiter zu entwickeln und zu forschen. Bei Rennbahnsprüngen und anderen fehlerverzeihenden Hindernissen brauche ich persönlich keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen. Bei technisch anspruchsvollen Komplexen, zum Beispiel einem Coffin oder Wasserkomplex, wäre es toll, wenn zukünftig ein funktionierendes System dafür sorgen könnte, dass ein Hindernis deformierbar ist. Ich denke nicht, dass der Respekt verloren ginge, da unkonzentriertes oder zu schnelles Reiten ja auch durch einen Abwurf bestraft würde“.
Neben dem weiteren Ausbau der bereits eingesetzten Sicherheitssysteme wird für 2015 der Meßmer-Teich durch Umbauten verändert und für Zuschauer attraktiver gestaltet. Außerdem liegt ein Augenmerk auf der Ausgewogenheit der Geländestrecke. „Alle diese Ereignisse und Gespräche lassen uns positiv nach vorne blicken und wir freuen uns auf die Ausrichtung der beiden Prüfungen im Zusammenhang mit den FEI Classics und der Deutschen Meisterschaft,“ resümiert Julia Otto.