Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Taucher aus der Heide reparieren Brunsbütteler Schleuse: "Da unten siehst du nichts!"

Echte Maßarbeit: In Brunsbüttel wird die Bohrlochschablone zu Wasser gelassen, mit deren Hilfe die neuen Schleusentore installiert werden (Foto: Foto: oh)
ce. Eyendorf. Ein Job in bis zu 15 Metern Wassertiefe, umgeben von dickem Schlamm und Elbschlick: Was sich liest wie eine ekelerregende Prüfung im TV-"Dschungelcamp", ist für Simon Coats (48) derzeit Arbeitsalltag. Der selbstständige Inhaber der auf Industrie- und Bautaucherei spezialisierten Firma "NauTec" mit Sitz in Eyendorf (Kreis Harburg) repariert als Leiter einer Tauchergruppe unter Wasser die große Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel.
Rund 13.000 Container- und Passagierschiffe sowie 4.000 Sportboote passieren pro Jahr den 42 Meter breiten Schleusenkomplex auf dem Weg Richtung Nordsee oder Elbe. Zusammen mit drei weiteren Berufstauchern aus Berlin, München und Bremen wechselt er abschnittsweise die alten und maroden Schienen, auf denen die Räder der Schleusentore laufen, aus bzw. repariert sie.
Eine der schweißtreibensten Arbeiten ist es, Löcher in die neuen Schienen zu bohren, damit sie unter der Wasserlinie auf einem Fundament aus Spezialbeton installiert werden können. Die Löcher werden quasi per Fernbedienung vom Land aus gebohrt. Das geschieht mit modernster Maschinentechnik und riesigen Schablonen aus Stahl, die für den richtigen Abstand der Löcher sorgen. "Wir Taucher nüssen Bohrer und Schablone auf dem Fundament in die richtige Position bringen und uns dabei oft blind auf unsere Erfahrung und den Tastsinn verlassen. In dem Schmutz-Schlamm-Gemisch des Wassers können wir nämlich so gut wie nichts sehen", berichtet Simon Coats.
Bis Ende Juni wollen der gebürtige Engländer und sein Team die Arbeiten an der Schleuse abgeschlossen haben. Nur Wettergott Petrus könnte sie dabei in ihrem Arbeitseifer bremsen, wie er es vor einigen Wochen getan hat. Simon Coats: "Plötzlich zog ein Gewitter auf. Wir schafften es gerade noch, aus dem Hafenbecken zu kommen, bevor der Blitz mit einem ohrenbetäubenden Knall auf dem Wasser einschlug."