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Den Einbrechern auf der Spur: Die Polizeiinspektion Harburg setzt auf Team-Work und Akribie

Frank Freienberg
kb. Landkreis. Urlaubszeit ist Einbruchszeit, weiß Polizeioberrat Frank Freienberg, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes bei der Polizeiinspektion (PI) Harburg. Während derzeit noch viele Familien gemeinsam am Strand relaxen, haben Wohnungseinbrüche Konjunktur. Und die Polizei ermittelt auf Hochtouren. Mit Erfolg: Die Aufklärungsquote der PI Harburg liegt bei rund 23 Prozent. Ein guter Wert in diesem Deliktsfeld. Für Frank Freienberg jedoch nicht zufriedenstellend. "Ein Einbruch stellt einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre der Menschen dar, für viele wiegen die psychischen Folgen der Tat ebenso schwer wie die materiellen", weiß der Experte. "Ziel muss sein, so viele Täter wie möglich zu ermitteln und dingfest zu machen."
Um das zu erreichen, hat die PI das Phänomen Wohnungseinbruch schon vor Jahren zum Schwerpunktthema ernannt. Beim Zentralen Kriminaldienst wurde eine Ermittlergruppe eingerichtet, die im gesamten Landkreis alle Wohnungseinbrüche bearbeitet. Durch die zentral geführten Ermittlungen erhoffen sich die Beamten, Tatserien und Bandenstrukturen schneller zu erkennen. Parallel wurde die Tatortarbeit intensiviert. "Wir nehmen akribisch jede Spur auf und vergleichen sie mit denen von anderen Tatorten", so Freienberg. U.a. kann der Modus Operandi, also die Art und Weise wie ein Täter zu Werke geht, Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen mehreren Taten geben.
Wichtig für die Ermittlungsarbeit sei auch die Zusammenarbeit mit der Polizei in Hamburg. "Viele der Täter kommen von Hamburg aus in den Landkreis, um hier straffällig zu werden", sagt Frank Freienberg. Oft seien die Einbrecher, die häufig aus Südost-Europa - besonders Albanien und Serbien - stammen, bandenmäßig organisiert. Das große Problem: "Die Hintermänner erwischt man leider so gut wie nie", so Freienberg. Der Austausch von Daten und Informationen sei daher umso wichtiger.
Wichtige Hinweise kämen häufig auch aus der Bevölkerung. "Niemand sollte sich scheuen, die 110 zu wählen, wenn etwas Verdächtiges passiert", macht Frank Freienberg deutlich. Und nimmt gleich eine Sorge: "Kosten entstehen für den Anrufer nicht - auch nicht, wenn sich der Verdacht als unbegründet herausstellt." Wichtig sei es, sich bei einem Verdacht sofort zu melden: "Je schneller wir vor Ort sein können, desto besser."
Weiterer Baustein bei der Bekämpfung von Einbruchsdelikten sind regelmäßige Verkehrskontrollen auf den Einfahrtsrouten in den Kreis. Ziel dabei sei es, Erkenntnisse über genutzte Fahrzeuge und Tätergruppen zu gewinnen.
Der Schwerpunkt bei den Einbruchsdelikten im Landkreis Harburg liegt derzeit in Tostedt. "Das ist eher ungewöhnlich", so Freienberg. Denn Tostedt liegt im Vergleich zu anderen Gemeinden im Kreis, wie beispielsweise Seevetal oder Rosengarten, eher verkehrsungünstig. "Trotzdem verzeichnen wir hier derzeit einen deutlichen Anstieg der Zahlen", so der Polizeioberrat.
Der Kampf gegen die Einbrecher kann für Freienberg nur im Team gelingen. "Das 'Wir' ist das Entscheidende - darin schließe auch auch die Bevölkerung ein", so der Chef-Ermittler.