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Ein Tag wie jeder andere

Gemütlichkeit sieht anders aus: Polizeihauptkommissar Peter Grätsch zeigt die Ausnüchterungszelle der Buchholzer Polizei

Selters statt Sekt: Silvester auf der Polizeistation bedeutet Dienst nach Plan und eine Menge zu tun

kb. Buchholz. Wenn Silvester um Mitternacht woanders die Korken knallen, bunte Raketen gen Himmel steigen und Partygäste sich bierselig in die Arme fallen, heißt es für viele Polizisten im Landkreis: Dienst nach Plan. "Für uns ist Silvester ein Tag wie jeder andere", sagt Polizeisprecher Jan Krüger. Mit einem gewaltigen Unterschied: Während sich an allen anderen Tagen im Jahr die Einsätze zeitlich verteilen, kommt zur Jahreswende alles auf einmal. "Es kann sein, dass wir um zwölf noch kurz Zeit haben, mit einem Glas Selters anzustoßen, aber spätestens zwei Minuten danach klingelt zum ersten Mal das Telefon", erzählt Jan Krüger.
Spektakuläre Einsätze an Silvester bilden jedoch eher die Ausnahme. "Wir haben es vor allem mit den klassischen Folgen zu tun, wenn viele Leute gemeinsam feiern und Alkohol trinken", so Krüger. Da sind Streitigkeiten, Körperverletzungen aber auch Sachbeschädigungen vorprogrammiert. Erschwerend hinzu kommt, dass Unmengen von Feuerwerkskörpern in Umlauf sind. Eine explosive Mischung. "Im Zusammenspiel mit Alkohol sinkt die Vorsicht, da kann es zu erheblichen Verletzungen kommen", weiß der Polizeisprecher. Aber auch Briefkästen, Mülleimer und Telefonzellen werden immer wieder Opfer von Böllern und Raketen.
Wer in der Silvesternacht zu sehr über die Stränge schlägt, dem droht eine Nacht in der Ausnüchterungszelle. "Wenn Leute zu betrunken sind und eine Eigen- oder Fremdgefährdung droht, dann nehmen wir sie für eine Nacht in Gewahrsam", erzählt Jan Krüger. Komfort sucht man hier vergeblich: In der weiß gefliesten Ausnüchterungzelle erwartet die unfreiwilligen Gäste lediglich eine karge Matratze und eine Decke. Den meisten ist die Nacht in der Zelle äußerst peinlich. "Nachts werden sie als die Größten eingeliefert, morgens sind sie dann plötzlich ganz kleinlaut", erzählt Jan Krüger.
Wer in der Silvesternacht Dienst hat, muss natürlich auf das Gläschen Sekt um zwölf verzichten. "Der ein oder andere Kollege hat aber schon einen Berliner statt des klassischen Leberwurstbrotes dabei", so Krüger. Statt selbst zu feiern, wünschen er und seine Kollegen sich vielmehr ein wenig mehr Rücksicht: "Wir machen auch an Silvester das Blaulicht nicht zum Spaß an, es wäre toll wenn die Leute etwas aufmerksamer wären und rechtzeitig Platz machen, wenn wir einen Einsatz haben."