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Vermeintlicher Amok-Lauf: Kostümierung löst Polizei-Großeinsatz aus

Großeinsatz für die Polizei in Meckelfeld (Foto: archiv)
kb. Seevetal. Das hätte richtig ins Auge gehen können: Mit seiner Kostümierung als FBI-Agent löste ein 17-jähriger Schüler am Donnerstagmorgen einen Großeinsatz der Polizei aus. Um 7.22 Uhr war der Schüler mit einer schwarzen Sturmhaube maskiert und einer schwarzen Taschenlampe am Gürtelholster unterwegs zu einem Motto-Tag am Schulzentrum Meckelfeld am Appenstedter Weg. Ein vorbeifahrender Zeuge hielt den Jugendlichen für einen bewaffneten Amokläufer und benachrichtigte die Polizei, die sofort Großalarm auslöste. Insgesamt 21 Streifenwagen aus den Landkreisen Harburg, Stade, Lüneburg und Heidekreis machten sich auf den Weg, um einen möglichen Anschlag auf die Schule zu verhindern.
Wenige Minuten nach der Alarmierung trafen die ersten Polizeibeamten am Schulzentrum ein. Sie gingen mit gezogenen Waffen auf den Jungen zu und forderten ihn lautstark auf, seine Maskierung abzulegen. "Der Jugendliche war sehr erschrocken, er hatte anscheinend überhaupt nicht über seine Kostümierung nachgedacht", schildert Polizeisprecher Jan Krüger den Moment des Zugriffs. Eine gefährliche Gedankenlosgkeit: "Bei einer solchen Einsatzmeldung gehen die Beamten vom Schlimmsten aus. Die Lage war völlig unklar. Wenn der Jugendliche womöglich eine Spielzeugpistole dabei gehabt und diese bei der Ansprache durch die Beamten in der Hand gehalten hätte, hätte die Situation deutlich schlimmer ausgehen können. Eine hochgefährliche Situation auch für umstehende Personen", so Krüger.
"Ich bin froh, dass meine Kollegen besonnen reagiert haben und es nicht zu einem Schusswaffeneinsatz gekommen ist", sagt Wilfried Reinke, Leiter Einsatz bei der Polizeiinspektion Harburg. "Das man in Zeiten, in denen fast täglich von Terroranschlägen berichtet wird, mit einem solchen Kostüm durch die Straßen läuft, mach mich beinahe sprachlos, so Reinke.
Für den Jugendlichen könnte sein Kostüm-Fehlgriff teuer zu stehen kommen. Gegen ihn wird nicht nur wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ermittelt, es wird auch geprüft, ob ihm die Einsatzkosten, die im vierstelligen Bereich liegen dürften, auferlegt werden.