Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Welcher Irre tut so etwas?

Katrin Hansen mit ihrer Stute. Das Tier ist völlig verstört, noch ist nicht klar, ob es in die Klinik muss

Stute Snowy Cash wurde schwer verletzt. Der schreckliche Verdacht: Hier war ein Tierquäler am Werk

kb. Seevetal-Horst. "Ich finde es unbegreiflich, wie jemand so etwas tun kann", sagt Pferdehalterin Katrin Hansen. Ihre zehn Jahre alte American Paint Horse Stute Snowy Cash ist noch immer ganz verstört, bewegt sich nur sehr vorsichtig in ihrem Unterstand. Unter ihrem Schweif direkt neben der Scheide klafft eine tiefe Wunde, an den Hinterbeinen klebt getrocknetes Blut. Der furchtbare Verdacht, dass dem Tier die Wunde absichtlich mit einem Messer zugefügt wurde, bestätigt die tierärztliche Diagnose. "Der Schnitt ist einfach zu tief, geht bis auf das Schambein, auch die Harnröhre wurde verletzt", schildert Katrin Hansen die Verletzung. Wenn der Knochen den Schnitt nicht gestoppt hätte, wäre das Tier wohl verblutet. Der Tierarzt musste die Wunde von innen nähen. Außerdem hat das Pferd eine kräftige Dosis Antibiotika bekommen und wurde geimpft. Trotzdem kann es sein, dass die Stute noch in die Klinik muss. Die anderen Pferde, die gemeinsam mit Snowy Cash auf der Weide stehen, wurden zum Glück verschont.
Katrin Hansen hat sofort die Polizei Seevetal verständigt. Die Beamten ermitteln jetzt wegen Tierquälerei und Pferdemisshandlung. Zeugen, die am Ortsausgang Horst Richtung Lindhorst (Nähe Horster Mühle), etwas Verdächtiges bemerkt haben, wenden sich unter Tel. 04105 - 620126 an die Polizei in Hittfeld.
• Schnitt- und Stichverletzungen an Pferden sind leider keine Seltenheit. Häufig werden die Tiere - wie auch hier - an den Geschlechtsteilen oder in deren unmittelbarer Nähe verletzt. Zwischen den Jahren 1993 und 2003 hielt ein so genannter Pferderipper die Polizei in ganz Norddeutschland in Atem. Der Tatortschwerpunkt lag damals im Städteviereck Bremen, Hamburg, Schwerin und Hannover. Über 100 Tiere wurden getötet. Die Polizei rät Tierhaltern vor allem zur Prävention: Bewegungsmelder und Kameras können Täter abschrecken. Außerdem sollten Pferde nachts besser im Stall untergebracht werden. Verdächtige sollten auf keinen Fall direkt angesprochen werden, notieren Sie sich Kennzeichen oder andere Merkmale und verständigen Sie die Polizei.