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70 Jahre Hittfelder Speeldeel: Jubiläum mit Sorgenfalten

Bringen jedes Jahr ein neues Stück auf die Bühne: Die Hittfelder Speeldeel (Foto: Hittfelder Speeldeel)
  kb. Hittfeld. 70 Jahre und kein bisschen leise: Die Hittfelder Speeldeel feiert in diesem Jahr Jubiläum. Die plattdeutsche Theatergruppe steckt derzeit mitten in den Proben für ihr neues Stück "För ümmer Disco". Denn auch wenn die Speeldeel mit ihren 70 Jahren längst im Rentenalter angekommen ist: Faulenzen kommt nicht in Frage! Gleichzeitig plagen die Mitglieder Sorgen: Denn um die Zukunft ihrer Probenstätte steht es schlecht.
Derzeit gehören 17 Mitglieder zur Hittfelder Speeldeel und wer denkt, plattdeutsches Theater sei nichts für junge Leute, irrt. Zwar ist das älteste Mitglied der Speeldeel bereits 85, das jüngste jedoch erst 17. "Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, neue Mitglieder für unsere Arbeit zu begeistert", sagt Axel Hansen, Vorsitzender der Theatergruppe. Perfekte Plattdeutschkenntnisse sind keine Voraussetzung, um bei der Speeldeel mitzumachen. "Wir lernen gemeinsam die Texte und proben viel, da kann man sich einiges aneignen", erklärt Hansen. Einmal im Jahr bringt die Speeldeel einen neuen Dreiakter auf die Bühne, außerdem treten die Mitglieder mit Sketchen, Liedern und Lesungen auf Feiern und anderen Veranstaltungen auf.
Seit 2000 probt die Theatergruppe im alten Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr an der Harburger Straße in Hittfeld. Zweimal in der Woche - vor den Aufführungen auch bis zu sechsmal pro Woche - treffen sich die Darsteller, um Texte zu üben, Szenen und Abläufe zu proben. Im Spritzenhaus lagern auch zahlreiche Requisiten, Kostüme und Technik.
Doch wie es derzeit scheint, sind die Tage der Probenstätte gezählt. Die bisherigen Planungsentwürfe zur Umgestaltung der Hittfelder Ortsmitte rund um das historische Gasthaus "Zum 100-jährigen" sehen einen Abriss des in die Jahre gekommenen Gemäuers vor. Zur Freude über das 70-jährige Bestehen mischt sich deshalb auch Sorge bei den Mitgliedern der Hittfelder Speeldeel. "Wir haben jetzt einen formellen Antrag bei der Gemeinde eingereicht, mit der Bitte, einen Ersatz für die Räume zur Verfügung zu stellen", erläutert Axel Hansen.
Das Problem: Der gemeinnützige Verein hat kein Geld, um Räume anzumieten. Die Speeldeel ist auf die Unterstützung der Gemeinde angewiesen. Eine Idee hätte Axel Hansen schon. "Es ist ja bekannt, dass die Polizei nach Maschen umziehen will, wir könnten uns gut vorstellen, dass man das alte Polizeigebäude in Hittfeld für Vereine nutzt. Genug Platz wäre da." Große Ansprüche stellt die Theatergruppe nicht. Um mittelfristig zu planen, braucht die Speeldeel möglichst schnell eine Perspektive. "Wir wollen schließlich auch die nächsten 70 Jahre noch bestehen!", sagt Axel Hansen.
• Alle Fans von plattdeutschem Theater können sich jetzt schon auf die Aufführungen der Hittfelder Speeldeel im Herbst und Winter freuen. In "För ümmer Disco" will die ehrgeizige Musikmanagerin Regina Rautenstengel die zerstritten Kumpels Andreas und Bodo auf eine Revival-Tour der "Glitterboys" - einem billigen Modern Talking-Abklatsch aus den 1980ern - schicken. Verwicklungen sind bei der launigen Komödie programmiert. Infos und Termine auf http://www.hittfelderspeeldeel.de . Die Speeldeel freut sich immer über neue Mitglieder.