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7.500 Kilometer Abenteuer: "Die Heideveteranos" starten bei der Rallye "Baltic Sea Circle"

Horst Koffmane (li.) und Thomas Bitter mit ihrem umgebauten Opel, der sie sicher um die gesamte Ostsee bringen soll
 
Die Nächte werden die beiden Seevetaler entweder im Zelt oder im Auto verbringen
kb. Seevetal. kb. Seevetal. "Viele halten uns für verrückt", sagen Thomas Bitter (61) und Horst Koffmane (74) lachend. Insgesamt 250 Teams starten am 17. Juni in Hamburg zum großen Abenteuer "Baltic Sea Circle" - eine Ralley, die über 7.500 Kilomter und zehn Länder rund um die Ostsee führt (das WOCHENBLATT berichtete) führt. Mit dabei sind auch die beiden Seevetaler "Die Heideveteranos" mit ihrem 20 Jahre alten Opel Sintra. "Das wird ganz sicher kein Pauschalurlaub, aber wir freuen uns riesig auf diese Erfahrung", sagt Thomas Bitter.
Die Idee, an der Rallye teilzunehmen gab es schon länger - schuld, dass die beiden Freunde den 16-Tage-Trip ohne Navi und Komfort jetzt tatsächlich verwirklichen, sind eigentlich ihre Ehefrauen. Bei einem feuchtfröhlichen Doppelkopf-Abend hatten sie die spontane Idee, den Wagen aus der Doppelkopf-Kasse vorzufinanzieren. "Da konnten wir natürlich nicht mehr anders, als zuzustimmen", erzählt Horst Koffmane. Er träumt schon seit vielen Jahren davon, einfach mal mit dem Auto auf eine große Tour zu gehen. "Im vergangenen Jahr waren wir bei der Rückkehr der Rallye-Teilnehmer in Hamburg dabei und es war total beeindruckend, die Geschichten zu hören", erinnert sich der Rentner.
Schwieriger als gedacht, war die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug. Laut Rallye-Regularien muss das mindestens 20 Jahre alt sein. Schließlich kam der Opel in die engere Wahl. Tempomat, Automatik-Getriebe und eine Innenlänge von zwei Metern - der Kombi brachte gute Voraussetzungen mit. "Leider fielen uns dann schon beim Sauberschrubben die Einzelteile entgegen", erzählt Thomas Bitter schmunzelnd. Doch echte Abenteurer lassen sich von so etwas nicht abschrecken. Mit Unterstützung seines ehemaligen Arbeitgebers Feldbinder Spezialfahrzeuge baute Horst Koffmane den Siebensitzer zu einem Zweisitzer mit Liegefläche um, alles was nötig war, wurde repariert. "Natürlich haben wir auf der Tour auch einen Werkzeugkasten dabei, aber nur um anderen zu helfen, wir selber brauchen ihn ja nicht", sagt Horst Koffmane augenzwinkernd.
16 Tage Rallye-Abenteuer - nicht ohne Generalprobe: Am vergangenen Wochenende stand der erste Ausflug samt Übernachtung im Wagen an. Grundsätzlich sehen die beiden Freunde der Rallye entspannt entgegen: "Wir packen Karten, einen kleinen Grill, ein paar Dosen Ravioli und Würstchen ein. Ansonsten lassen wir das alles auf uns zukommen." Beeindruckende Landschaften, fremde Sprachen, andere Kulturen - darauf freuen sich "Die Heideveteranos".
Wer ihre Abenteuer miterleben will, kann online dabei sein: Auf https://heide-veteranos.jimdo.com berichten Thomas Bitter und Horst Koffmane täglich von ihrer Reise. Die unternehmen sie übrigens - wie alle der Teilnehmer - nicht nur aus Spaß, sondern für einen guten Zweck. Bereits jetzt und bis zur Rückkehr in Hamburg sammeln sie Spenden für den Seevetaler Verein "Lebenshof Am Mühlenbach" und die Wasserinitiative "Viva con Agua". Infos und Spendenkonten finden Unterstützer auf der Homepage. "Wir hoffen, dass sich noch viele Spender finden, das liegt uns wirklich am Herzen", sagt Horst Koffmane. Der Dank der beiden geht nicht nur an ihre bisherigen Unterstützer, sondern vor allem an ihre Frauen. "Ohne die beiden könnten wir dieses Abenteuer nicht verwirklichen."