Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Absage in letzter Minute: Hoffnung auf einen Arbeitsplatz endet für Nina Noack erneut in einer Enttäuschung

Statt zur arbeiten, schreibt Nina Noack wieder fleißig Bewerbungen
kb. Seevetal. An dieser Stelle sollte eigentlich eine Erfolgsmeldung stehen: Nina Noack (23) aus Seevetal, gehandicapt durch eine halbseitige Lähmung und seit über zwei Jahren auf Arbeitssuche (das WOCHENBLATT berichtete), war sich sicher, dass sie Anfang März ihren neuen Arbeitsplatz antreten kann. Nach über 360 vergeblichen Bewerbungen schien der Aufruf über das WOCHENBLATT Erfolg zu bringen. Der Betreiber einer Kfz-Werkstatt in Stade hatte Nina die Stelle im Empfangsbereich mündlich fest zugesagt. Doch auf die große Hoffnung folgte bittere Enttäuschung. Auf die Nachfrage, wann sie am 2. März zur Arbeit erscheinen soll, erntete Nina jetzt die Absage. "Per E-Mail wurde mir mitgeteilt, die Firma habe jemanden gefunden, der sich besser mit dem EDV-System auskennt", erzählt Nina. "Der Firmenchef schrieb, er müsse wirtschaftlich denken."
Seit ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau beim Berufsbildungswerk Bugenhagen in Timmendorfer Strand besteht Ninas Vollzeitbeschäftigung darin, Bewerbungen zu schreiben. Zwar wurde sie regelmäßig zu Bewerbungsgesprächen eingeladen und absolvierte zahlreiche Probetage und Praktika, aber eine feste Anstellung wollte der jungen Frau bisher niemand geben. Neben Vorurteilen gegenüber Menschen mit Behinderung schrecken vermutlich auch der erweiterte Kündigungsschutz und die zusätzlichen Urlaubstage, die Schwerbehinderten zustehen, potentielle Arbeitgeber ab. Dabei bekommen die Betriebe umfangreiche Beratung auch finanzielle Unterstützung, wenn sie schwerbehinderte Menschen einstellen. Zuständig sind u.a. der Integrationsfachdienst, aber auch die Agentur für Arbeit.
Für Nina Noack geht die Suche jetzt von Neuem los. Sie versucht, sich nicht entmutigen zu lassen. "Ich fühle mich im Moment einfach schlecht, aber ich bleibe dran", sagt sie. In ihrem gelernten Beruf, der ihr viel Spaß macht, schränkt sie ihre Behinderung kaum ein, Nina wäre aber auch bereit, eine weitere Ausbildung zu machen. "Ich könnte mir auch gut vorstellen, in einer Bücherei zu arbeiten oder etwas mit Kindern zu machen", sagt sie. Zu pendeln wäre für die Seevetalerin kein Problem. Sie besitzt einen Führerschein.
• Wer Nina Noack eine echte Chance geben will und eine freie Stelle hat, ruft bei ihr unter Tel. 040 - 7684911 an. Das WOCHENBLATT drückt der jungen Frau weiter die Daumen und bleibt dran!