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Ärger mit dem Jobcenter: Carola M. will sich gemeinsam mit anderen Betroffenen wehren

Carola M. hofft, dass sich andere Betroffene melden: "Gemeinsam können wir vielleicht was erreichen"
kb. Seevetal/Buchholz. "Ich bin doch nicht deren Spielball!" Carola M.* (56) aus Meckelfeld hat langsam die Nase voll. Sie ärgert sich über das Jobcenter Buchholz. Seit Wochen hülle sich die Behörde in Stillschweigen, Unterlagen gingen verloren, man werde mit lapidaren Aussagen abgespeist. "Wenn so etwas in der freien Wirtschaft passieren würde, hätten die Leute längst ihren Job verloren", so M.
Carola M., die zuletzt 20 Stunden in der Woche als Pflegehelferin arbeitete, ist seit 20. November vergangenen Jahres arbeitslos. Nachdem sie ihre Kündigung während der Probezeit erhalten hatte, fuhr die Meckelfelderin umgehend zur Agentur für Arbeit und zum Jobcenter nach Buchholz, um sich dort alle nötigen Unterlagen abzuholen. Am 11. Dezember gab sie diese u.a. ausgefüllt vom Arbeitgeber persönlich beim Jobcenter und der Agentur für Arbeit ab. Mit 50-prozentigem Erfolg. Während bei der Agentur für Arbeit alles glatt lief und Carola M. zeitnah einen Bescheid über das ihr zustehende Arbeitslosengeld (ALG) I erhielt, bekam sie vom Jobcenter, das das ALG I um Hartz IV aufstocken sollte, am 15. Dezember lediglich einen Brief mit der Nachfrage, wo denn ihre Unterlagen blieben. "Ich habe daraufhin geantwortet, dass ich die Sachen persönlich abgeben hätte und hörte erst einmal nichts", erzählt die Arbeitssuchende kopfschüttelnd.
Am 8. Januar fuhr M. erneut zum Jobcenter, wo man ihr mitteilte dass die Unterlagen "weg sind". "Ich habe natürlich gefragt, wie das sein kann", so M. Die Antwort der jungen Dame am Empfang des Jobcenters: "Wir machen keine Fehler." Carola M. bekam erneut Unterlagen zum Ausfüllen mit, die sie wiederum an ihren ehemaligen Arbeitgeber schickte. "Ich kam mir schon langsam blöd vor", so M. Um auf Nummer sicher zu gehen, sandte sie die ausgefüllten Papiere Mitte Januar per Einschreiben mit Rückschein an das Jobcenter zurück. Knapp zwei Wochen später erhielt die Arbeitslose einen Anhörungsbogen. "Ich sollte Stellung zu meinen Einkünften in 2014 nehmen", sagt Carola M. Das Problem: Das Jobcenter hätte noch das Dezembergehalt und das Weihnachtsgeld berechnet und forderte M. auf, rund 850 Euro zurückzuzahlen. "Ich habe dann noch einmal genau aufgeführt, was ich verdient habe und was nicht - nämlich das Dezembergehalt und Weihnachtsgeld", erzählt die 56-Jährige.
Seitdem herrsche Schweigen. M.s Nachfrage in dieser Woche, ob eventuell doch schon ein Schreiben unterwegs sei, wurde verneint. Da kein Geld vom Job-Center fließt, muss Carola M. derzeit mit rund 560 Euro über die Runden kommen. "Zum Glück habe ich eine geduldige Bank", sagt sie. Chancen auf einen neuen Job räumte man ihr beim Jobcenter im Übrigen auch nicht ein. "Wissen Sie eigentlich, wie alt sie sind? Machen Sie sich mal keine Hoffnungen", habe es geheißen.
Carola M. will sich das Verhalten des Jobcenters nicht weiter gefallen lassen und überlegt inzwischen, ob sie einen Anwalt einschaltet."Es kann doch nicht sein, dass man dort keine vernünftige Auskunft bekommt und sich nichts tut", sagt sie. Sie vermutet, dass es auch anderen Arbeitssuchenden geht wie ihr. "Ich würde mich freuen, wenn sich andere Betroffene bei mir melden und wir uns gemeinsam stark machen können", so M.. "Viele trauen sich allein bestimmt nicht, weil sie Angst vor Sanktionen haben", vermutet sie. Wer in einer ähnlichen Situation steckt und sich ebenfalls ungerecht vom Jobcenter behandelt fühlt, schreibt eine E-Mail an cmjob@web.de.
* Vollständiger Name der Redaktion bekannt.