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Alte Stücke in der Diele

Freuen sich, dass die Fundstücke aus der Region künftig öffentlich gezeigt werden (v. li.): Kreisarchäologe Jochen Brandt, Grabungshelferin Elena Linz, Vereinsvorsitzende Emily Weede und Denkmalpfleger Wolfgang Küchenmeister

Helms-Museum zeigt archäologische Fundstücke in der Wassermühle Karoxbostel

kb. Karoxbostel. Archäologische Ausgrabungen in der Region, die meist im Vorfeld großer Baumaßnahmen stattfinden, bringen oft spannende Fundstücke zu Tage. Spuren von tausend Jahre alten Häusern, Schüsseln und andere Haushaltsgegenstände, die vom Alltag der Ur-Bewohner des Landkreises erzählen, oder Werkzeuge. Nach der Bergung und Restaurierung der Fundstücke landen diese jedoch meist im Magazin des Helms-Museums in Harburg, wo sie für Publikum nicht zugänglich sind. Das soll sich nun ändern: In der Wassermühle Karoxbostel werden künftig Funde aus der näheren Umgebung ausgestellt. Der Startschuss ist bereits gefallen: In der Diele des Wohnhauses steht seit dieser Woche die erste Vitrine, in der mehrere Fundstücke präsentiert werden, die die Grabung in Hittfeld ans Tageslicht befördert hat.
"Wir kriegen von Bürgern oft zu hören, dass es schade ist, dass man die archäologischen Funde nicht zu sehen bekommt", sagt Kreisarchäologe Dr. Jochen Brandt. "Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass die Stücke in diesem Rahmen präsentiert werden können." Derzeit in Karoxbostel zu sehen sind u.a. ein etwa 1.100 Jahre alter Kochtopf, Keramikscherben, Webgewichte, aber auch Glasperlen. "Wir vermuten, dass die Frau, die am Webstuhl gearbeitet hat, die Perlen verloren hat. Die waren zu damaliger Zeit sehr wertvoll", weiß Jochen Brandt. Sogar noch viel älter als die übrigen Funde ist der sogenannte Backteller aus der Steinzeit. "Den haben wir eher zufällig in einer Grube neben den Grubenhäusern gefunden", erzählt der Archäologe. Das Stück stammt aus der Zeit um 3.000 vor Christi, wozu die Teller mit den charakteristischen Löchern tatsächlich benutzt wurden, kann letztlich nur vermutet werden.
"Wir wollen die Funde nicht nur einfach ausstellen, sondern unseren Besuchern auch bei Führungen erklären. Auch der Grabungsbericht wird einzusehen sein", sagt Emily Weede, Vorsitzende des Mühlenvereins. Künftig sollen Vitrinen mit weiteren Fundstücken dazukommen und die Ausstellung immer wieder aktualisiert werden. Um Nachschub an Relikten aus vergangenen Zeiten muss sich Kreisarchäologe Jochen Brandt keine Sorgen machen. "Als nächstes stehen Grabungen in Ramelsloh an, da erwarten wir spannende Funde", so Brandt. Und im Herbst geht es noch einmal in Hittfeld weiter, wo die Forscher bei ersten Probegrabungen auf einer Fläche "Am Göhlenbach" Hinweise auf Relikte aus der Eisenzeit erhalten haben.