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Am "Höpen" müssen Bäume fallen

Zum Teil reichen die Bäume weit über die Grundstücksgrenzen. "Die Sicherheit ist hier gefährdet", so Forstamtsleiter Lutz Kulenkampff

Hohe Eichen und Buchen zu nah an den Grundstücken / Waldrand soll ökologisch aufgewertet werden

kb. Fleestedt. Entlang des gesamten südlichen Waldrandes des Fleesteder "Höpens" müssen Bäume gefällt werden. Insgesamt werden bei der Maßnahme, die am Montag, 4. November, beginnen soll, zwischen 300 und 400 Eichen und Buchen fallen. Dass die Anwohner dennoch nicht auf die Barrikaden gehen, ist wohl der guten Informationspolitik des zuständigen Forstamtes Sellhorn geschuldet.
Bereits im August informierte Reinhold Bode, Verwaltungsdezernent beim Forstamt, auf der Ortsratssitzung in Fleestedt Politiker und Bürger über die Maßnahme im Staatsforst. Derzeit gebe es am südlichen Rand des "Höpens" einen rund 120 Jahre alten Buchen-Eichen-Mischbestand, der zwischen 30 und 35 Meter hoch sei, so Bode. Da eine Wald-Saumzone mit mittelhohem Bewuchs fehle, würden die Bäume direkt an die Privatgrundstücke grenzen und mit ihren Baumkronen über die Grundstücksgrenzen ragen. "Hier kommt es immer wieder zu Astabbrüchen", so Bode. Besonders bei Sturm bestehe eine Gefahr für die Anwohner. "Die Sicherheitszone zwischen Wald und Wohngebiet sollte eigentlich eine Baumlänge betragen. Das wären in diesem Fall rund 35 Meter", erklärte Bode.
Für das Forstamt bedeute der derzeitige Zustand einen sehr hohen Arbeitswaufwand und hohe Kosten. "Wir müssen regelmäßig kontrollieren, einzelne Bäume zu fällen ist oft aufwendig und teuer", so der Experte. Deshalb habe man sich beim Forstamt dazu entschlossen, alle Altbäume in der direkten Randzone von zehn bis 15 Metern auf einer Länge von ca. 780 Metern zu fällen. "Durch gezielte Neuanpflanzung von verschiedenen Baumarten und Sträuchern soll dann im zweiten Schritt ein stufig aufgebauter Waldrand geschaffen werden", erläuterte Bode. Die Waldrandzone werde so ästethisch, aber vor allem auch ökologisch aufgewertet. "Uns ist bewusst, dass der 'Höpen' ein Naherholungsgebiet ist", so Bode. "Wir wollen den Zustand des Waldes mit der Maßnahme sicher nicht verschlechtern."
Die Fällarbeiten selbst werden von einer auf Risikofällungen spezialisierten Firma durchgeführt. Das betroffene Gebiet wird während der Maßnahme großräumig abgesperrt, die Anlieger rechtzeitig informiert. Dass dem Forstamt viel daran liegt, für Verständnis zu werben, zeigte auch dieses Angebot: Anwohner und interessierte Bürger waren am gestrigen Dienstag zu einem Informationsspaziergang in den "Höpen" geladen. Dort erklärten Mitarbeiter des Forstamtes noch einmal, warum die Bäume weichen müssen.