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Angestellte der A7-Raststätte Hasselhöhe wollen Treppe behalten / Gemeinde hält an Abriss fest

Fühlen sich übergangen (v. li.) Gudrun Dohrmann, Angelika Mielke, Melanie Mittelheuser, Nermin Aytan, Manuela Karpe und Celal Lüders
kb. Seevetal. Die Treppe über den Sichtschutzwall an der Rückseite der Raststätte Hasselhöhe an der A7 bei Ramelsloh sorgt für weitere Diskussionen. Nachdem die Gemeinde Seevetal kürzlich gegenüber dem Straßenbauamt in Lüneburg durchgesetzt hatte, dass die Treppe wieder entfernt wird, melden sich jetzt die Angestellten der Raststätte zu Wort. Sie haben einen ganz klaren Wunsch: "Wir wollen die Treppe behalten", so Manuela Karpe.
Der Übergang über den Sichtschutzwall stellt derzeit die einzige Möglichkeit für die Servicekräfte dar, ihren Arbeitsplatz über einen anderen Weg als über die Autobahn zu erreichen. Fällt diese Option weg, kommt auf die meisten ein täglicher Umweg von vielen Kilometern zu. Angelika Mielke aus Ramelsloh droht sogar der Verlust des Arbeitsplatzes. "Ich habe kein Auto und könnte die Raststätte nicht mehr erreichen", erzählt die 59-Jährige. Da oft in Einzelschichten gearbeitet würde, könnten auch keine Fahrgemeinschaften gebildet werden.
Vom Abriss der Treppe erfuhr das Raststätten-Personal aus dem WOCHENBLATT. Und verstand die Welt nicht mehr, denn in all den Jahren zuvor war die rückwärtige Anbindung der Rastanlage nie ein Thema gewesen. "Wir konnten von der Rückseite zur Raststätte fahren. Dort gab es ein Tor, für das wir einen Schlüssel hatten", erzählt Teamleiter Celal Lüders. Eine ähnliche Regelung hätten sich die Betroffenen jetzt auch gewünscht. "Vor und hinter dem Wall soll doch ohnehin noch ein Zaun gebaut werden, da hätte man doch wieder ein Tor einbauen können und wir hätten einen Schlüssel bekommen", sagt Manuela Karpe, die nicht versteht, warum der Zugang zur Raststätte plötzlich so ein großes Problem sein soll. "An uns hat bei den Planungen niemand gedacht", sagt Angelika Mielke.
Die Servicekräfte hatten Hoffnung, dass sich die Gemeinde für ihre Belange einsetzt. Doch aus der Verwaltung, wo man sich das erste Mal mit dieser Problematik konfrontiert sieht, kommt jetzt die Absage. "Es bleibt beim Abriss der Treppe", so Gemeindesprecher Andreas Schmidt. Der Verzicht auf eine rückwärtige Anbindung sei ein wesentlicher Bestandteil des 2013 ausgehandelten Kompromisses u.a. zwischen einer örtlichen Bürgerinitiative und der Landesbehörde für Straßenbau in Verden gewesen.

Kommentar:


Kommunikation? Mangelware?

Der Fall der Treppe an der Rastanlage Hasselhöhe ist ein Paradebeispiel für mangelnde Kommunikation. Zuerst einigen sich die planende Behörde in Verden, eine Bürgerinitiative und die Gemeinde auf den Verzicht einer Treppe. Dann baut die ausführende Behörde in Lüneburg doch eine Treppe - laut deren Chef Dirk Möller für die Feuerwehr. Gesprochen wurde darüber zumindest in Seevetal augenscheinlich mit niemandem. Jetzt wird die Treppe abgerissen, weil die Gemeinde an der ursprünglichen Planung festhält - und plötzlich taucht ein neues Problem auf: Die Angestellten der Raststätte wollen den praktischen Zugang zu ihrem Arbeitsplatz nicht verlieren. Bei den Planungen waren ihre Sorgen kein Thema. Dass die Gemeinde jetzt nicht mehr zurückrudern kann, ist klar. Zu deutlich hatte die Verwaltung den Abriss gefordert. Vielleicht sollte man beim nächsten Projekt gleich alle Beteiligten an einen Tisch holen. Und anschließend empfiehlt sich ein regelmäßiger Kontrollgang, damit nicht doch plötzlich wieder ein Bauwerk auftaucht, das so nicht geplant war. Katja Bendig