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"Atemlos übern Deich": Musikalische Benefizlesung "Gwildis liest Storm" in Hittfeld

Wann? 09.02.2018 20:00 Uhr

Wo? Gymnasium Hittfeld, Peperdieksberg 1, 21218 Seevetal DE
Neues Terrain für den Sänger: Stefan Gwildis liest aus Theodor Storms Novelle "Der Schimmelreiter" (Foto: Verena Bockshus-Sprung)
 
Gab bereits 2017 ein erfolgreiches Benefizkonzert im Hittfelder Gymnasium: der im Landkreis Harburg lebende Soul- und Popsänger Stefan Gwildis (Foto: archiv/ce)
Seevetal: Gymnasium Hittfeld | ce. Hittfeld. Als Sänger feiert er auch Erfolge mit internationalen Soul-Evergreens, wenn er sie in deutschen Versionen auf die Bühne bringt. Nun hat sich Stefan Gwildis eines literarischen Klassikers angenommen und trifft ebenfalls den richtigen Ton. Der im Landkreis Harburg lebende Künstler präsentiert zum 200. Geburtstag des Schriftstellers Theodor Storm dessen wohl bekannteste Novelle um den Kampf des Menschen gegen die Naturgewalten bei der musikalischen Benefizlesung "Gwildis liest Storm: Der Schimmelreiter" am Freitag, 9. Februar, um 20 Uhr im Forum des Gymnasiums Hittfeld (Peperdieksberg 1). Einlass: 19 Uhr. Gwildis spendet seine Gage der Schule für musikalische Projekte, in die auch der Erlös aus den Eintrittsgeldern fließt.
Im Interview mit WOCHENBLATT-Redakteur Christoph Ehlermann spricht Stefan Gwildis über seinen persönlichen Bezug zum "Schimmelreiter", über die Entstehung der neuen Bearbeitung und über das Feedback auf die Lesung, mit der Gwildis auch schon auf einem Kreuzfahrtschiff auftrat.
WOCHENBLATT: Herr Gwildis, wie sind Sie auf den "Schimmelreiter" als Lesungs-Stoff gekommen? Haben Sie einen besonderen Bezug zu dem Werk?
Stefan Gwildis: Für mich war stets der Charakter des Deichgrafen Hauke Haien das wichtigste Element von Theodor Storms Novelle. Seine Beharrlichkeit, seine Ausdauer, sein Wille, seine Liebe und seine Kraft, sich nicht dem Mainstream zu unterwerfen, haben mich beeindruckt. Zudem war Hauke ein Mensch, der sich zeitlebens von seiner Intuition leiten ließ - eine Eigenschaft, die vielen Menschen abhanden gekommen ist.
WOCHENBLATT: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der Hamburger Dramaturgin Dr. Sonja Valentin beim neuen "Schimmelreiter"?
Gwildis: Dr. Sonja Valentin ist die belesenere, erfahrenere und studierte Kraft an meiner Seite, die es verstand, den "Schimmelreiter" auf eine 75-Minuten-Version einzudampfen, ohne dem Werk zu schaden. So ist es möglich, es als Hörbuch mitzunehmen oder es live in einer spannenden "Rutsche" zu erleben.
WOCHENBLATT: In der Ankündigung des Gymnasiums Hittfeld für Ihre Lesung werden Sie zitiert, Hauke Haien sei "ein Visionär, seiner Zeit voraus, ein Liebender, auch ein Besessener - und ein tragisch Scheiternder". Gibt es zwischen Ihnen, der auch Höhen und Tiefen erlebt hat, und dem Charakter des Hauke Haien Parallelen?
Gwildis: Natürlich gibt es zwischen mir und dem Deichgrafen - was Projekte, Visionen, das Schmieden von Plänen und auch das Scheitern betrifft - viele Parallelen. Allerdings hat ein Song, der nicht so richtig zündet, nicht solche lebensentscheidenden Folgen wie ein Bruch im Deich.
WOCHENBLATT: Wie schwer war es für Sie als Sänger, sich solch einen komplexen Stoff für eine Lesung draufzuschaffen und damit auch ein Album aufzunehmen?
Gwildis: Für mich als Musiker war es wichtig, für diesen Stoff eine Melodie zu entwerfen, die diesem Schwarz-Weiß-Thema entsprach. So entstand "Haukes Walzer", der in diese Geschichte in vielen Variationen eingearbeitet ist und dem ewigen Spiel der Gezeiten am besten entspricht. Als Sänger etwas lesend vorzutragen, ist schon eine Umstellung - jedoch eine sehr interessante.
WOCHENBLATT: Wie war das Feedback des Publikums bei den bisherigen "Gwildis liest Storm"-Events? Sie haben damit auch die Gäste auf dem Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 3" unterhalten.
Gwildis: Wir haben bislang in über 30 "Schimmelreiter"-Lesungen ein unfassbar aufmerksames Publikum erlebt. Die Menschen sitzen - in Storms Geschichte gefangen - atemlos da. Oder um es mit Helene Fischer zu sagen: atemlos übern Deich!
WOCHENBLATT: Herr Gwildis, vielen Dank für das Gespräch.

- Infos zur Benefizlesung:
Bei "Gwildis liest Storm: Der Schimmelreiter" am Freitag, 9. Februar, im Gymnasium Hittfeld präsentiert Stefan Gwildis die Neuinterpretation der 1888 erschienenen Novelle mit musikalischer Begleitung durch Tobias Neumann (Klavier) und Hagen Kuhr (Cello). Im Mittelpunkt steht Deichgraf Hauke Haien, der im sturmflut-gepeinigten Nordfriesland des 19. Jahrhunderts die Allmacht Gottes bezweifelt und zum Kampf gegen die Naturgewalten antritt. Am Veranstaltungsabend bieten Schüler des zwölften Jahrgangs eine Sektbar und Snacks für die Besucher an. Eintritt: 10 Euro für Schüler, 20 Euro für Erwachsene. Karten in der Hittfelder Buchhandlung Seevetal (Kirchstraße 22B) oder im schulinternen Vorverkauf im Gymnasium dienstags in der zweiten großen Pause auf der "Schulstraße".