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Auf gute Nachbarschaft: Im "Blumenviertel" in Hittfeld hält man zusammen

Haben das Straßenfest zusammen organisiert: Silke Borchert (li.) und Anke Allert
kb. Hittfeld. Man kennt die Geschichten zur Genüge: Nachbarn, die sich jahrelang über die Höhe von Hecken, überhängende Zweige oder vermeintliche Lärmbelästigungen streiten oder Wohngegenden, in denen anonym aneinander vorbei gelebt wird. Dass es auch anders geht, beweisen die Anwohner im sogenannten Blumenviertel in Hittfeld. Durch ihr gemeinsames Engagement haben sie nicht nur Geld gesammelt und damit den Spielplatz am Anemonenweg erweitert, es ist auch ein Netzwerk entstanden, das den Alltag oft erleichtert.
"Alles begann im vergangenen Jahr mit dem Gedanken, den Spielplatz zu verschönern", erzählt Silke Borchert (44). Lange war der kleine Platz am Anemonenweg eher stiefmütterlich behandelt worden. Das wollten die Mutter und ihre Nachbarin Anke Allert (36) ändern. Ihre Idee: Gemeinsamen mit allen Nachbarn ein Straßenfest mit Flohmarkt zu organisieren und dabei Geld zu sammeln. "Uns war wichtig, dass das ganze Blumenviertel mitmacht", erzählen die beiden Frauen. Sie malten Plakate, entwarfen Handzettel und sprachen Nachbarn an - mit großer Resonanz. "Gerade die älteren Leute erinnerten sich, dass es in den 70er Jahren bereits ähnliche Feste gegeben hat", erzählt Anke Allert. Knapp vierzig Nachbarn meldeten sich zum Flohmarkt an. Eine Nachbarin, die sich in der Kinderfeuerwehr engagiert, organisierte ein Feuerwehrzelt, ein anderer Nachbar lieh einen Anhänger. "Was uns wirklich überwältigt hat, war, dass ganz viele Nachbarn, die aus unterschiedlichen Gründen nicht am Flohmarkt teilnehmen konnten, etwas gespendet haben", sagt Silke Borchert.
Trotz Regens wurde der Flohmarkt und besonders das Zelt, in dem es Kaffee. Kuchen und Würstchen gab, ein voller Erfolg. Von den rund 600 Euro, die an dem Tag zusammenkamen, wurde kürzlich ein neues Gerät für den Spielplatz angeschafft. Dort treffen sich die Eltern inzwischen regelmäßig. "Der eine bringt Kaffee mit, der andere Kekse, jeder achtet auch mal auf die Kinder der anderen", so Silke Borchert. Und auch darüber hinaus ist die Nachbarschaft enger zusammengerückt. "Es ist ein tolles Netzwerk entstanden", sagt Anke Allert. Jeder kennt über ein, zwei Ecken jeden. Man hilft sich. Den beliebten Treffpunkt Spielplatz wollen die Nachbarn aus dem Blumenviertel in diesem Jahr noch schöner machen. "Wir planen, das Klettergerüst bunt zu streichen", sagt Silke Borchert. "Natürlich alle zusammen."