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Bebauung Sportplatz Fleestedt: Anwohner protestieren gegen Erschließung / Gemeinde prüft Alternative

Thomas Nordbeck (li.) und Olaf Haht kämpfen gemeinsam mit ihren Nachbarn gegen die Planungen zur Erschließung des neuen Wohngebiets in Fleestedt
kb. Fleestedt. Kaum wurde kürzlich im Ortsrat Fleestedt der Entwurf für die Bebauung des Sportplatzes Fleestedt vorgestellt (das WOCHENBLATT berichtete), regt sich Unmut bei den Anwohnern. Der richtet sich nicht gegen die Bebauung als solches, sondern gegen die Zuwegung zum neuen Wohngebiet. Die Erschließung soll nämlich nicht, wie auf den ersten Blick naheliegend, von der Winsener Landstraße aus erfolgen, sondern über den Westpreußenweg, eine eher schmale Straße, die durch das angrenzende Wohngebiet führt. Rund 50 Unterschriften haben Olaf Haht und Thomas Nordbeck in ihrer Nachbarschaft gesammelt und bei der Gemeinde eingereicht. „Wir wollen das nicht einfach so hinnehmen“, sagt Haht.
Aus Sicht der Anwohner sind der Westpreußenweg aber auch der Kiefernweg überhaupt nicht für die zusätzliche Verkehrsbelastung während der Bauarbeiten und geplante Wohngebiet mit immerhin 89 Wohneinheiten ausgelegt. „Schon jetzt ist der Kiefernweg zu Stoßzeiten oft zugeparkt und kann im Grunde nur einspurig befahren werden, der Westpreußenweg ist für die großen Baufahrzeuge viel zu schmal“, kritisiert Thomas Nordbeck, der selbst im Kiefernweg wohnt. Aus seiner Sicht wurden andere Möglichkeiten der Zuwegung nicht ausreichend geprüft. „Man hat uns auf Nachfrage keinerlei schlüssige Argumente geliefert, warum der Verkehr durch das Wohngebiet verlaufen soll und die Erschließungsstraße nicht an die Winsener Landstraße angebunden werden kann“, bemängelt Nordbeck.
Angeblich sei das wegen der Schützenanlage nicht möglich, so Olaf Haht. Damit liegt er nicht ganz falsch. Das Schützenhaus Fleestedt liegt zwischen dem neuen Wohngebiet und der Winsener Landstraße. Unterhalb der Erde verläuft die Schießanlage. „Der Bau der Erschließungsstraße über das Gelände wäre dadurch statisch sehr aufwendig und damit auch teurer“, bestätigt Gemeindesprecher Andreas Schmidt. Allerdings prüfe die Verwaltung derzeit, ob nicht doch eine Streckenführung möglich sei, die über das Gelände zur Winsener Landstraße geführt werden kann.
Ein positives Signal in Richtung Anwohner. Was die allerdings nicht nachvollziehen können: Warum wurde nicht gleich ein Gesamtkonzept entwickelt, dass auch einen Umzug der Schützen beinhaltet, die mögliche Bebauungsfläche vergrößert und die Anbindung an die Winsener Landstraße erleichtert? Im Gegenteil: Erst kürzlich soll der Pachtvertrag der Gemeinde mit den Schützen am derzeitigen Standort verlängert worden sein. „Die Verwaltung hat sich bewusst dafür entschieden, keine gekoppelte Lösung zu suchen“, sagt dazu Andreas Schmidt. Nicht auszuschließen sei allerdings, dass die Fläche des derzeitigen Schützenhauses zu einem späteren Zeitpunkt in die Entwicklung einbezogen werden. Eine Planung, die Olaf Haht und Thomas Nordbeck wenig sinnvoll erscheint. „Eine Gesamtplanung wäre vermutlich deutlich günstiger, als in ein paar Jahren erneut an die Fläche zu gehen“, so Haht.