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Blitzer auf der A7: Planungsposse lässt Kreiskasse klingeln

Blitzergefahr auf der A7 bei Ramelsloh: Hier gilt Tempo 80 (Foto: Rike/pixelio)
kb. Seevetal. Reine Abzocke? Diesen Verdacht haben derzeit viele Autofahrer, die auf der A7 im Bereich Ramelsloh unterwegs sind. Sie ärgern sich über die dortige Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 80, trotz dreispuriger Fahrbahn. Hinzu kommt: Von der Autobahnbrücke bei Ramelsloh wird in schöner Regelmäßigkeit geblitzt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Was besonders verwundert: Die Fahrbahn im Bereich Ramelsloh wurde erst kürzlich erneuert, die Baumaßnahme ist längst beendet. Welchen Grund kann es geben, dass immer noch Tempo 80 gilt? Wurden die Schilder schlicht vergessen?
Des Rätsels Lösung: Durch das Aufbringen des offenporigen Asphalts im Bereich Ramelsloh habe sich die Fahrbahn erhöht, so Marco Tessun von der Straßenbaubehörde in Verden. Die Folge: Die bestehenden Schutzplanken seien nun zu niedrig. Deren "erforderliche Leistungsfähigkeit" sei nicht mehr vollständig gegeben, deshalb müsse die Geschwindigkeit im betroffenen Bereich beschränkt bleiben.
Und damit auch wirklich nichts passiert, stellt der Landkreis regelmäßig seine Blitzer auf. "Auch wenn hier auf den ersten Blick keine nachvollziehbare Gefahrensituation besteht, zahlreiche Unfälle im vergangenen Jahr haben uns gezeigt, dass hier Geschwindigkeitskontrollen angebracht sind, so Landkreissprecher Johannes Freudewald. So lange die Leitplanken nicht den Vorschriften entsprächen, sei Tempo 80 einzuhalten. Immerhin: Beim Blitzen gebe es eine Toleranz von knapp 25 Prozent. "Die Geräte lösen erst ab einer Geschwindigkeit von 99 km/h aus", so Freudewald.
Trotz Toleranzabzug - derzeit dürfte es kräftig in der Kasse des Landkreises klingeln. Für die Autofahrer heißt es "Fuß vom Gas" und abwarten. Im Februar oder März sollen die Schutzeinrichtungen angepasst werden. Kosten: 880.000 Euro.